# Was ist BSA-Granulat?
**BSA-Granulat (Boden- und Schlacken-Aufbereitungsgranulat) ist ein recycelter Baustoff, der aus der Bodenasche und Schlacke von Müllverbrennungsanlagen gewonnen wird.** Nach Aufbereitung (Sieben, Entfernung von Metallen und Schadstoffen, Alterung) kann es als Tragschichtmaterial im Straßen- und Erdbau eingesetzt werden.
## Herstellung
Die Aufbereitung von BSA-Granulat umfasst mehrere Schritte:
1. **Austrag** — die Rohschlacke wird aus der Müllverbrennungsanlage entnommen
2. **Alterung** — Lagerung über 6–12 Wochen, in denen chemische Reaktionen ablaufen und Schadstoffe stabilisiert werden
3. **Aufbereitung** — Zerkleinerung, Siebung und Abtrennung von Eisen- und Nichteisenmetallen
4. **Qualitätskontrolle** — Eluatanalysen prüfen die Auslaugbarkeit von Schwermetallen und Salzen
### Eigenschaften
– Korngröße: 0–32 mm oder 0–45 mm (je nach Spezifikation)
– Verdichtbarkeit vergleichbar mit natürlichem Schotter
– Frostbeständig nach ausreichender Alterung
– Druckfestigkeit geeignet für Tragschichten
## Anwendung
– **Straßenbau** — ungebundene Tragschichten unter Asphalt oder Pflaster
– **Erdbau** — Auffüllungen, Dämme und Hinterfüllungen
– **Lärmschutzwälle** — als Kernmaterial
– **Parkplätze und Wirtschaftswege** — Unterbau und Frostschutzschicht
– **Leitungsgräben** — Bettungsmaterial (unter Auflagen)
### Umweltrechtliche Rahmenbedingungen
In Deutschland regelt die Ersatzbaustoffverordnung (EBV, seit 2023) die Verwendung von BSA-Granulat. Je nach Schadstoffgehalt wird es in Klassen eingeteilt (HMVA-1, HMVA-2). Der Einbau ist an bestimmte Bedingungen geknüpft — etwa Mindestabstand zum Grundwasser und Abdeckung mit wasserundurchlässigen Schichten.
## Verwandte Begriffe
– Recycling-Baustoff
– Tragschicht
– Ersatzbaustoffverordnung
– Müllverbrennungsanlage
– Sekundärrohstoff
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