Branddurchschlag ist das Phänomen, bei dem Feuer durch ein Bauteil wie eine Decke, Wand oder ein Dach hindurchbricht und sich auf angrenzende Räume oder Gebäudeteile ausbreitet. Er stellt eine der größten Gefahren bei Gebäudebränden dar und ist der Hauptgrund, warum im Brandschutz hohe Anforderungen an die Feuerwiderstandsfähigkeit von Bauteilen gestellt werden.
Wie entsteht Branddurchschlag?
Ein Branddurchschlag kann auf verschiedene Weisen entstehen. Die häufigsten Ursachen sind:
Thermische Zerstörung: Bei extrem hohen Temperaturen versagen Baumaterialien. Holzbalken brennen durch, Stahlträger verlieren ihre Tragfähigkeit, und selbst Beton kann bei langanhaltender Brandeinwirkung seine Festigkeit verlieren. Wenn ein Bauteil strukturell versagt, bricht das Feuer in den nächsten Raum durch.
Undichte Durchdringungen: Kabel, Rohre und Lüftungskanäle durchdringen Wände und Decken. Wenn diese Durchdringungen nicht mit Brandschotts (feuerwiderstandsfähigen Abschottungen) verschlossen sind, kann Feuer und heißer Rauch durch die Öffnungen strömen.
Hohlräume: In abgehängten Decken, Doppelböden oder Hohlwänden kann sich Feuer unbemerkt ausbreiten und an einer anderen Stelle durchschlagen. Solche verdeckten Brandausbreitungen sind besonders gefährlich, weil sie erst spät erkannt werden.
Anwendung im Bauwesen
Der bauliche Brandschutz zielt darauf ab, Branddurchschlag so lange wie möglich zu verhindern. Jedes tragende und raumabschließende Bauteil muss eine definierte Feuerwiderstandsdauer aufweisen — ausgedrückt in Minuten (F30, F60, F90).
Brandwände als Abgrenzung von Brandabschnitten müssen besonders hohe Anforderungen erfüllen. Sie dürfen auch bei einseitigem Brandangriff ihre raumabschließende Funktion nicht verlieren. Alle Durchdringungen werden mit geprüften und zugelassenen Brandschottsystemen verschlossen, die im Brandfall aufschäumen oder sich ausdehnen und so die Öffnung abdichten.
Verwandte Begriffe
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