Blockputz ist eine dekorative Putztechnik, bei der frischer Außenputz durch Ritzen, Fugen und Oberflächenbearbeitung so gestaltet wird, dass er das Erscheinungsbild eines Natursteinmauerwerks nachahmt.
Technik und Herstellung
Beim Blockputz wird zunächst ein mehrlagiger Kalk- oder Kalkzementputz auf das Mauerwerk aufgetragen. In den noch feuchten Oberputz werden mit einem Fugeneisen oder einer Richtlatte horizontale und vertikale Fugen eingeritzt, die den Eindruck einzelner Steinblöcke erzeugen. Die Fugenbreite beträgt typischerweise 10 bis 20 Millimeter, die Fugentiefe etwa 5 bis 10 Millimeter.
Die Oberfläche der einzelnen „Blöcke” kann unterschiedlich bearbeitet werden: glatt abgerieben, gestockt, gespitzt oder bossenartig aufgeraut. Dadurch lassen sich verschiedene Natursteinarten wie Sandstein, Kalkstein oder Granit imitieren. Die Blockgrößen variieren je nach gewünschtem Erscheinungsbild und orientieren sich an historischen Mauerwerksverbänden. Für eine besonders realistische Wirkung werden die einzelnen Felder leicht unterschiedlich eingefärbt oder nachträglich lasiert.
Anwendung
Blockputz wird seit Jahrhunderten im Fassadenbau eingesetzt, um kostengünstig die Optik eines massiven Steinbaus zu erzielen. Besonders verbreitet ist diese Technik bei repräsentativen Gebäuden der Renaissance, des Barocks und des Klassizismus, wo echtes Quadermauerwerk zu aufwendig gewesen wäre. Im Erdgeschossbereich diente der Blockputz als sogenannte Rustika, um dem Gebäude einen wehrhaften Sockel zu verleihen.
Auch heute kommt Blockputz bei der denkmalgerechten Sanierung historischer Fassaden zum Einsatz. Moderne Varianten verwenden mineralische Edelputze oder Kunstharzputze, die maschinell aufgetragen werden. Die Technik erfordert handwerkliches Geschick und wird von spezialisierten Stuckateuren und Restauratoren ausgeführt.
Verwandte Begriffe
- Rustika
- Bossenwerk
- Quaderputz
Mehr über Baubegriffe erfahren? Besuche unsere Wissensdatenbank auf fredsbauanleitungen.de/rabatt.