Betonschwinden bezeichnet das Schrumpfen (die Volumenabnahme) von Beton während und nach dem Aushärten, verursacht durch den Verlust von Wasser aus dem Betonkörper. Dieser natürliche Prozess ist unvermeidlich und kann, wenn er nicht berücksichtigt wird, zu unerwünschten Rissen im Beton führen.
Arten des Schwindens
Es gibt verschiedene Schwindarten, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten auftreten:
- Frühschwinden (plastisches Schwinden): Tritt in den ersten Stunden auf, wenn die Betonoberfläche schneller trocknet als Wasser aus dem Inneren nachfließen kann. Typisch bei heißem, windigem Wetter.
- Trocknungsschwinden: Die Hauptschwindart. Tritt über Wochen und Monate auf, während der Beton Feuchtigkeit an die Umgebung abgibt. Kann bis zu 0,5 mm pro Meter betragen.
- Autogenes Schwinden: Entsteht durch die chemische Reaktion des Zements mit Wasser (Hydratation). Vor allem bei hochfestem Beton mit niedrigem Wasserzementwert relevant.
- Karbonatisierungsschwinden: Langfristiger Prozess durch Aufnahme von CO2 aus der Luft.
Anwendung: Schwinden kontrollieren
Für Heimwerker gibt es mehrere bewährte Maßnahmen, um Schwindrisse zu vermeiden:
- Nachbehandlung: Frisch gegossenen Beton mindestens 7 Tage feucht halten. Abdecken mit Folie oder regelmäßig besprühen.
- Dehnungsfugen einplanen: Bei Bodenplatten alle 3-4 Meter Fugen vorsehen, die das Schwinden kontrolliert aufnehmen.
- Bewehrung einlegen: Bewehrungsmatten verhindern keine Rissbildung, verteilen aber die Risse so fein, dass sie harmlos bleiben.
- Wassermenge begrenzen: Nicht zu viel Wasser zum Betonmischen verwenden. Mehr Wasser bedeutet mehr Schwinden.
- Wind und Sonne vermeiden: Frischen Beton vor direkter Sonneneinstrahlung und Wind schützen, besonders im Sommer.
- Sollrissfugen einschneiden: Bei Bodenplatten können nach 6-12 Stunden Einkerbungen gesägt werden, die den Riss an vorbestimmter Stelle erzwingen.
Verwandte Begriffe
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