Baubräuche sind die ungeschriebenen Regeln, Gewohnheiten und Traditionen, die im Baugewerbe allgemein als fachgerechte Arbeitsweise anerkannt sind. Sie ergänzen die geschriebenen Vorschriften aus Normen, Leistungsverzeichnissen und Bauordnungen und gelten als Maßstab, wenn ein Detail nicht ausdrücklich geregelt ist.
Bedeutung von Baubräuchen
Baubräuche sind rechtlich relevant:
- Ergänzung zum Vertrag — wenn das Leistungsverzeichnis zu einem Detail schweigt, gelten die Baubräuche
- Rechtlich bindend — in einem Rechtsstreit kann ein Gericht Baubräuche als Maßstab heranziehen
- Qualitätsnorm — sie definieren, was „fachgerechte Arbeit” bedeutet
Anwendung
Baubräuche existieren in nahezu jedem Gewerk:
- Mauerwerk — eine Mauer wird immer im Verband gemauert, Fugen werden vollständig ausgefüllt
- Zimmermannsarbeit — Holz wird mit der Kernseite nach oben eingebaut
- Malerarbeit — Außenanstriche erhalten mindestens eine Grundierung und zwei Deckanstriche
- Dachdeckerarbeit — Dachziegel werden nach den Herstellervorgaben befestigt
Beispiele
- Maßtoleranzen — eine Abweichung von 5 mm pro Meter ist bei Mauerwerk akzeptabel
- Baustellenordnung — die Baustelle wird täglich besenrein hinterlassen
- Schutz — fertiggestellte Arbeiten werden vor Beschädigung durch nachfolgende Gewerke geschützt
Verwandte Begriffe
- Leistungsverzeichnis
- Bauunternehmer
- Bauordnung
- Mauerverband
- Abnahme
Mehr über Baubegriffe erfahren? Besuche unsere Wissensdatenbank auf fredsbauanleitungen.de/rabatt.