Balloon-Framing ist eine Holzrahmenbauweise, bei der die Ständer durchgehend von der Gründung bis zur Dachkante über mehrere Geschosse verlaufen. Diese Technik wurde im 19. Jahrhundert in Nordamerika entwickelt.
Ursprung und Geschichte
Balloon-Framing entstand um 1830 in den Vereinigten Staaten, als die Industrialisierung maschinell gesägtes Holz und die Massenproduktion von Nägeln ermöglichte. Dank dieser Innovationen konnten Gebäude schneller und kostengünstiger errichtet werden als mit traditionellen Holzverbindungen. Die Methode spielte eine Schlüsselrolle bei der raschen Urbanisierung des amerikanischen Mittleren Westens.
Bauweise
Beim Balloon-Framing verlaufen die vertikalen Ständer ununterbrochen von der Schwelle bis zum Dachbalken. Die Deckenbalken der Zwischengeschosse werden mithilfe von Auflageleisten seitlich an diesen durchgehenden Ständern befestigt. Dies unterscheidet sich grundlegend von der Plattformbauweise, bei der jedes Geschoss einzeln aufgebaut wird und die Ständer nur eine Geschosshöhe haben.
Vor- und Nachteile
Ein wesentlicher Vorteil des Balloon-Framings ist die minimale vertikale Schwindung, da das Holz über die gesamte Höhe durchgehend ist. Dies macht die Methode besonders geeignet für Fassaden mit Putz oder Mauerwerk.
Der größte Nachteil betrifft den Brandschutz. Die durchgehenden Hohlräume zwischen den Ständern wirken wie ein Kamin und können Feuer schnell vom Erdgeschoss bis zum Dachboden verbreiten. Aus diesem Grund wurde Balloon-Framing weitgehend durch die Plattformbauweise ersetzt, bei der pro Geschoss Brandbarrieren geschaffen werden.
Heutige Verwendung
Im modernen Bauwesen wird Balloon-Framing nur noch selten angewendet. Es kommt vor allem bei der Restaurierung historischer Gebäude und in speziellen Anwendungen vor, bei denen minimale vertikale Schwindung erforderlich ist.
Verwandte Begriffe
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