Eine Balkon-Vordach-Hängekonstruktion ist eine Tragkonstruktion, bei der ein Balkon oder Vordach nicht durch Stützen oder Konsolen getragen, sondern an Stahlzugstäben oder Seilen aufgehängt wird, die in der darüber liegenden Konstruktion verankert sind.
Funktion und Anwendung
Bei einem herkömmlichen Balkon oder Vordach werden die Lasten über Stützen oder Konsolen nach unten abgeleitet. Bei einer Hängekonstruktion funktioniert das Prinzip umgekehrt: Die Lasten werden über Zugstäbe oder Seile nach oben geführt und auf eine darüber liegende Tragkonstruktion übertragen, beispielsweise einen Stahlträger oder eine Betonattika.
Dieses System kommt zum Einsatz, wenn Stützen unerwünscht sind — etwa bei Eingängen, die einen freien Durchgang erfordern, oder bei architektonischen Entwürfen, die einen schwebenden Effekt erzielen sollen.
Konstruktive Wirkungsweise
Die Zugstäbe oder Seile arbeiten ausschließlich auf Zug. Sie sind an der Oberseite in einer Konstruktion verankert, die stark genug ist, die vertikalen und horizontalen Kräfte aufzunehmen. Die Balkon- oder Vordachplatte hängt gewissermaßen an diesen Stäben.
Wichtige Aspekte bei der Planung:
- Die darüber liegende Konstruktion muss die nach oben gerichteten Reaktionskräfte aufnehmen können.
- Die Zugstäbe müssen für die Gesamtbelastung einschließlich Wind- und Schneelasten bemessen sein.
- Die Verbindungen (Ankerplatten, Schrauben, Schweißnähte) sind kritische Details, die sorgfältig dimensioniert werden müssen.
- Die Wärmedehnung der Stahlteile muss in der Planung berücksichtigt werden.
Vorteile
- Keine Stützen auf Geländeniveau erforderlich, was Platz und Durchgang spart.
- Schlanke, elegante Optik.
- Flexible Gestaltung des Raumes unter dem Balkon oder Vordach.
Verwandte Begriffe
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