Was ist eine Arbeiterwohnung?
Eine Arbeiterwohnung ist ein einfacher, kompakter Wohnungstyp, der ursprünglich gebaut wurde, um Arbeiter und ihre Familien unterzubringen. Dieser Wohnungstyp entstand vor allem während der Industrialisierung im 19. Jahrhundert, als die Landflucht in die Städte eine enorme Wohnungsnot verursachte.
Merkmale
Arbeiterwohnungen haben typische Eigenschaften:
- Kompakter Grundriss — oft nicht mehr als 40–60 m², mit Wohnzimmer, Küche und ein bis zwei Schlafzimmern
- Einfache Konstruktion — tragende Ziegelwände, Holzbalkendecke und ein einfaches Satteldach
- Reihenbauweise — Arbeiterwohnungen wurden fast immer in Reihen gebaut, um Kosten zu sparen
- Schlichte Ausführung — wenig bis keine Fassadendekoration, funktionaler Entwurf
- Kleine Fenster — Glas war teuer, daher waren die Fensteröffnungen begrenzt
Geschichte
Ab etwa 1850 bauten Fabrikanten, Wohnungsbaugesellschaften und Gemeinden Arbeiterwohnungen im großen Stil. Bekannte Beispiele sind:
- Arbeitersiedlungen — wie die Krupp-Siedlungen in Essen oder die Siemensstadt in Berlin
- Gartenstädte — ab Anfang des 20. Jahrhunderts gebaute Wohnsiedlungen mit mehr Freiraum und Grün
- Sozialer Wohnungsbau — nach dem Ersten Weltkrieg verbesserte sich die Qualität deutlich
Anwendung
Bei der Renovierung einer Arbeiterwohnung ist zu beachten:
- Fundament — oft Flachgründung, manchmal abgesackt
- Feuchtigkeitsprobleme — keine Hohlwand und fehlende Abdichtung
- Dämmung — ursprünglich nicht gedämmt, nachträgliche Dämmung ist oft notwendig
- Denkmalschutz — manche Arbeitersiedlungen stehen unter Denkmalschutz
Verwandte Begriffe
- Sozialer Wohnungsbau
- Baugeschichte
- Fundament
- Hohlwand
- Dämmung
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