Airless-Spritzen ist eine Farbspritztechnik, bei der Farbe oder Beschichtungsmaterial ohne Druckluft durch eine Düse gepresst wird. Stattdessen wird die Farbe mit einem hydraulischen Hochdruck von 100 bis 350 bar zerstäubt und auf die Oberfläche aufgetragen.
Funktionsweise
Das Airless-Verfahren arbeitet folgendermaßen:
- Hochdruckpumpe saugt die Farbe direkt aus dem Gebinde an
- Druckschlauch leitet die Farbe unter hohem Druck zur Spritzpistole
- Spritzdüse zerstäubt die Farbe durch eine kleine Öffnung in einen feinen Sprühnebel
- Kein Luftstrom ist nötig: Die Zerstäubung erfolgt allein durch den Flüssigkeitsdruck
- Sprühfächer wird durch die Form der Düsenöffnung bestimmt
Anwendung
Airless-Spritzen wird im Bauwesen vielseitig eingesetzt:
- Fassadenanstriche: Große Außenflächen können schnell und gleichmäßig beschichtet werden
- Industriehallen: Wände und Decken großer Hallen werden effizient gestrichen
- Korrosionsschutz: Auftrag von Korrosionsschutzbeschichtungen auf Stahlkonstruktionen
- Brandschutzbeschichtungen: Gleichmäßiger Auftrag von Brandschutzanstrichen auf Stahlträger
- Lacke und Lasuren: Beschichtung von Holzfassaden und -konstruktionen
- Bodenversiegelungen: Auftrag von Bodenbeschichtungen in Garagen und Industrieböden
Vorteile und Nachteile
Vorteile:
- Hohe Flächenleistung: Bis zu zehnmal schneller als Rollen oder Streichen
- Gleichmäßiger Farbauftrag ohne Roller- oder Pinselspuren
- Auch dickflüssige Materialien können verarbeitet werden
- Geringer Overspray im Vergleich zu Druckluft-Spritzverfahren
Nachteile:
- Abkleben angrenzender Flächen ist aufwendig
- Sprühnebel erfordert Atemschutz und Absperrung des Arbeitsbereichs
- Hohe Anschaffungskosten für die Ausrüstung
- Nicht geeignet für kleine Detailarbeiten
Verwandte Begriffe
- Farbspritzgerät
- Beschichtungstechnik
- Oberflächenbehandlung
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