Adsorption ist der Prozess, bei dem Moleküle (wie Wasserdampf oder Gase) sich an die Oberfläche eines Feststoffs anheften, ohne in das Material einzudringen. Sie unterscheidet sich von der Absorption, bei der Moleküle in das Material selbst eindringen.
Wie funktioniert Adsorption?
Bei der Adsorption ziehen die Oberflächenmoleküle eines Materials Wasserdampf- oder Gasmoleküle an. Diese bilden eine dünne Schicht auf der Oberfläche. Der Vorgang ist reversibel: Wenn sich die Bedingungen ändern (niedrigere Luftfeuchtigkeit, höhere Temperatur), lösen sich die Moleküle wieder. Dies nennt man Desorption.
Anwendung
Im Bauwesen spielt Adsorption eine Rolle bei:
- Feuchtigkeitsregulierung — poröse Materialien wie Lehm, Kalk und unbehandeltes Holz adsorbieren Wasserdampf aus der Luft und geben ihn später wieder ab
- Bautrocknung — Adsorptionstrockner entziehen der Luft Feuchtigkeit durch Bindung an ein Adsorbens (z. B. Silikagel oder Zeolith)
- Luftreinigung — Aktivkohlefilter in Lüftungsanlagen arbeiten auf Basis der Adsorption
- Wärmespeicherung — Adsorptionswärmepumpen nutzen Zeolith zur chemischen Speicherung von Wärme
Unterschied zur Absorption
| Adsorption | Absorption | |
|---|---|---|
| Ort | An der Oberfläche | Im Material |
| Prozess | Oberflächenbindung | Volumenaufnahme |
| Beispiel | Wasserdampf auf Kalkputz | Wasser in einem Schwamm |
Verwandte Begriffe
- Absorption
- Atmen
- Raumklima
- Bauphysik
- Diffusionsoffenes Bauen
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