Einspringend bedeutet, dass ein Bauteil gegenüber einer Bezugsebene — meist der Fassade oder Baulinie — nach innen liegt; vorspringend bedeutet, dass es gerade nach außen ragt. Die Begriffe beschreiben das Relief und die Gliederung einer Fassade oder eines Grundrisses: das Spiel aus vor- und zurückgesetzten Teilen.
Einspringend
Ein einspringendes Teil liegt gegenüber der Hauptebene zurückgesetzt. Beispiele:
- Ein zurückgesetzter Eingang oder eine Loggia
- Ein Portikus oder eine Nische in der Fassade
- Ein zurückspringendes Obergeschoss (Setback), das das Straßenbild luftiger macht
Vorspringend
Ein vorspringendes Teil ragt vor die Hauptebene hinaus. Beispiele:
- Ein Erker oder Anbau
- Ein Risalit (vorspringender Fassadenteil, der über mehrere Geschosse durchläuft)
- Auskragende Balkone, Vordächer und Kranzgesimse
Anwendung
- Fassadengliederung — der Wechsel von ein- und vorspringenden Teilen verleiht einer Fassade Tiefe, Rhythmus und Schattenwirkung
- Städtebau und Bebauungsplan — die Baulinie bestimmt, wie weit ein Gebäude nach vorn darf; Erker und Balkone dürfen in Grenzen vorspringen
- Grundriss — ein- und vorspringende Ecken bestimmen die Form und die Fassadenfläche eines Hauses
Zu beachten
- Vorspringende Teile wie Erker und Balkone erfordern besondere Aufmerksamkeit für Wasserschutz, Dämmung und Wärmebrücken
- Ein- und Vorsprünge vergrößern die Fassadenfläche, was Folgen für Wärmeverlust und Kosten hat
- Prüfen Sie bei vorspringenden Teilen, ob sie innerhalb der zulässigen Baulinie und des Bebauungsplans liegen
Verwandte Begriffe
- Baulinie
- Fassade
- Erker
- Auskragung
- Überstand
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