Schrank selber bauen: Komplette Anleitung mit Kosten, Materialien und Bauplan (2026)

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Einen Schrank selber bauen kostet durchschnittlich €150 bis €600 an Material. Ein vergleichbarer Schrank bei IKEA kostet €200 bis €800, und ein Schrank vom Schreiner auf Maß kostet €800 bis €3.000+. Der große Vorteil beim Selberbauen? Sie bestimmen genau die Abmessungen, Aufteilung und Oberflächenbehandlung. In dieser Anleitung erfahren Sie alles über Materialien, Werkzeug, Türtypen und folgen einem kompletten Schritt-für-Schritt-Bauplan.

Was kostet ein Schrank? Selbst bauen vs. kaufen vs. Maßanfertigung

Kostenvergleich

Selbst bauen (Material) IKEA / Fertigschrank Maßanfertigung
Einfaches Bücherregal (80×180 cm) €60 – €150 €100 – €300 €500 – €1.200
Kleiderschrank (120×200 cm) €200 – €450 €350 – €800 €1.000 – €2.500
Einbauschrank (Nische, 150×250 cm) €250 – €600 €1.200 – €3.000
Wäscheschrank (90×180 cm) €150 – €350 €200 – €500 €700 – €1.800
Aufbewahrungsschrank mit Türen (100×200 cm) €180 – €400 €250 – €600 €800 – €2.000

Wann lohnt sich Selberbauen?

Einen Schrank selber bauen lohnt sich besonders, wenn:

  1. Sie ein Sondermaß brauchen. Eine Nische von 137 cm Breite? Dafür hat IKEA keine Lösung. Selberbauen schon.
  2. Sie einen Einbauschrank möchten. Von Wand zu Wand, von Boden bis Decke — das ist per Definition Maßarbeit.
  3. Ihr Budget begrenzt ist, Sie aber Qualität möchten. Selberbauen mit Multiplex ergibt einen stabileren Schrank als ein IKEA-Schrank aus Spanplatte, zum gleichen Preis.
  4. Sie die Aufteilung selbst bestimmen möchten. Regalhöhen, Schubladen, Kleiderstange — genau so, wie Sie es wollen.

Wann besser kaufen? Wenn Sie ein Standardmaß brauchen, wenig Werkzeug besitzen und keine Erfahrung mit Holzbearbeitung haben. Ein PAX-Schrank von IKEA ist dann völlig in Ordnung.

Schranktypen: Welchen Schrank bauen Sie?

Typ Typische Maße Verwendung Schwierigkeitsgrad
Kleiderschrank 120–200 × 200–240 cm Kleidung, Kleiderstange + Regalböden Mittel bis schwer
Bücherregal 60–120 × 180–220 cm Bücher, Dekoration, offene Regalböden Einfach
Aufbewahrungsschrank 80–120 × 180–200 cm Allgemeine Aufbewahrung, mit Türen Mittel
Wäscheschrank 80–100 × 180–200 cm Handtücher, Bettwäsche, Regalböden Mittel
Einbauschrank Je nach Nische Flur, Schlafzimmer, unter der Treppe Mittel bis schwer
Hängeschrank 60–120 × 40–80 cm Wohnzimmer, TV-Möbel Schwer

Beste Wahl für Anfänger: Ein offenes Bücherregal ohne Türen. Keine Scharniere, kein präzises Ausrichten. Einfach ein stabiler Schrank mit Regalböden. Möchten Sie einen Schritt weiter? Dann einen Aufbewahrungsschrank mit zwei Türen — so lernen Sie gleich den Umgang mit Scharnieren.

Einbauschrank vs. freistehender Schrank

Der Unterschied zwischen einem Einbauschrank und einem freistehenden Schrank bestimmt Ihren gesamten Ansatz.

Freistehender Schrank

  • Hat eigene Rückwand, Seitenwände, Ober- und Unterseite
  • Kann umgestellt werden
  • Muss eigenständig stabil stehen (also stabilere Konstruktion nötig)
  • Geeignet für jeden Raum
  • Mehr Material nötig

Einbauschrank

  • Nutzt die Wände, den Boden und/oder die Decke als Teil der Konstruktion
  • Ist fest eingebaut
  • Weniger Material nötig (die Wände sind Ihre Seitenwände)
  • Passt genau in die Nische — kein verlorener Platz
  • Wände müssen waagerecht und rechtwinklig sein (immer prüfen)

Wichtig bei Einbauschränken: Wände sind selten perfekt gerade. Messen Sie auf mehreren Höhen die Breite der Nische. Arbeiten Sie mit dem schmalsten Maß und planen Sie 5–10 mm Spiel ein. Eventuelle Spalten decken Sie mit einer Leiste ab.

Plattenmaterial wählen: Der Vergleich

Das Material, das Sie wählen, bestimmt die Optik, Stabilität und den Preis Ihres Schranks. Dies sind Ihre Optionen:

Material Stärke Festigkeit Preis pro Platte (244×122 cm) Geeignet für Oberflächenbehandlung nötig
MDF 18–22 mm Mittel €25 – €50 Schränke, die gestrichen werden Ja (Grundierung + Lack)
Spanplatte (melaminbeschichtet) 18 mm Niedrig bis mittel €20 – €40 Budget-Schränke, nicht sichtbar Nein (bereits fertig)
Multiplex (Birke) 18 mm Hoch €50 – €90 Stabile Schränke, sichtbares Holz Optional (Öl oder Lack)
Multiplex (Pappel) 18 mm Mittel €35 – €60 Schränke, die gestrichen werden Ja (Grundierung + Lack)
Massives Fichtenholz (verleimt) 18–28 mm Hoch €40 – €80 pro Brett Rustikale Schränke, sichtbares Holz Ja (Öl, Lasur oder Lack)
Massives Eichenholz (verleimt) 18–26 mm Sehr hoch €80 – €200 pro Brett Premium-Schränke Ja (Öl oder Lack)

Welches Material wählen Sie?

Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis: MDF 18 mm, wenn Sie den Schrank streichen. Glatt, leicht zu bearbeiten und günstig. Nachteil: MDF ist schwer und nicht feuchtigkeitsbeständig.

Bestes für sichtbares Holz: Birken-Multiplex 18 mm. Schöne Kantenoptik, stark, und Sie können es unbehandelt lassen oder ölen. Beliebt für moderne, skandinavische Schränke.

Budget-Wahl: Melaminbeschichtete Spanplatte. Bereits fertig in Weiß, Schwarz oder Holzoptik. Nachteil: Schrauben halten weniger gut und die Kanten sind empfindlich.

Vermeiden bei Regalböden breiter als 80 cm: Spanplatte ohne Mittelstütze. Spanplatte biegt schneller durch als MDF oder Multiplex. Verwenden Sie bei breiten Regalböden immer 18 mm Multiplex oder setzen Sie einen zusätzlichen Regalbodenträger in der Mitte ein.

Benötigtes Werkzeug

Unbedingt nötig

  • Akkubohrmaschine mit Bit-Set und Bohrerset
  • Handkreissäge mit Führungsschiene (oder Holz im Baumarkt auf Maß sägen lassen)
  • Maßband (mindestens 5 Meter)
  • Wasserwaage (mindestens 60 cm, besser 120 cm)
  • Anschlagwinkel
  • Bleistift
  • Schraubzwingen (mindestens 4)

Praktisch, aber nicht unbedingt nötig

  • Oberfräse (für Kantenbearbeitung und Nuten)
  • Stichsäge (für Aussparungen)
  • Kapp-/Gehrungssäge (für präzise Schnitte)
  • Schleifmaschine (für Oberflächenbehandlung)
  • Kreg Jig oder anderes Taschenloch-System (für unsichtbare Verbindungen)
  • Laserentfernungsmesser (unverzichtbar bei Einbauschränken)

Werkzeug sparen: Lassen Sie das Plattenmaterial im Baumarkt auf Maß sägen. Die meisten Baumärkte sägen für €0,50 bis €1,00 pro Schnitt. Dann brauchen Sie zu Hause keine Kreissäge und die Schnitte sind außerdem sauberer als mit einer Handkreissäge.

Türen: Scharnier vs. Schiebetür

Die Wahl zwischen Scharniertüren und Schiebetüren beeinflusst die Kosten, den Platzbedarf und die Optik.

Scharniertüren vs. Schiebetüren im Vergleich

Scharniertüren Schiebetüren
Kosten Beschläge €5 – €15 pro Scharnier (2–3 pro Tür) €30 – €100 für ein komplettes Schienensystem
Platz benötigt Schwenkbereich für die Tür (60–80 cm) Kein Schwenkbereich nötig
Zugang zum Inhalt Voller Zugang bei geöffneter Tür Immer 50 % verdeckt (Türen schieben voreinander)
Schwierigkeitsgrad Mittel (Scharniere ausrichten) Mittel (Schiene waagerecht montieren)
Optik Klassisch, traditionell Modern, geradlinig
Geeignet für Alle Schränke Besonders große Schränke, Schlafzimmerschränke

Scharniertypen

Typ Preis pro Stück Geeignet für Merkmal
Topfscharniere (35 mm) €2 – €5 Die meisten Schränke 3-fach verstellbar, Standardwahl
Aufschraubscharniere €1 – €3 Budget-Schränke Von außen sichtbar
Softclose-Scharniere €4 – €8 Qualitätsschränke Schließen gedämpft, kein Klappen
Push-to-Open €5 – €10 Schränke ohne Griff Drücken zum Öffnen, geradliniges Design

Empfehlung: Verwenden Sie 35-mm-Topfscharniere mit Softclose. Sie sind in drei Richtungen verstellbar (Höhe, Tiefe, seitlich), sodass Sie die Türen perfekt ausrichten können, auch wenn Ihre Konstruktion nicht 100 % rechtwinklig ist.

Schiebetürschienen

Für Schiebetüren brauchen Sie ein Schienensystem. Die Schiene wird oben im Schrank montiert. Die Türen hängen an Rollen in der Schiene.

  • Budget: Aluminiumschiene mit Kunststoffrollen (€30 – €50 pro Set)
  • Qualität: Stahlschiene mit Kugellagern und Softclose (€60 – €100 pro Set)
  • Industriell: Sichtbare Stahlschiene mit großen Rollen (€80 – €150 pro Set, auch dekorativ)

Achtung: Bei Schiebetüren brauchen Sie immer mindestens zwei Türen, und sie müssen zusammen breiter sein als die Schranköffnung (sie schieben ja voreinander vorbei).

Regalböden: Träger, Schienen und unsichtbare Montage

Regalbodenträger im Vergleich

Typ Preis Verstellbar Tragfähigkeit Geeignet für
Regalbodenträger (Metallstifte, 5 mm) €0,10 – €0,30 pro Stück Ja (in vorgebohrte Löcher) 15–25 kg pro 4 Stück Die meisten Schränke, Standardwahl
Regalbodenträger mit Löffel €0,20 – €0,50 pro Stück Ja 20–30 kg pro 4 Stück Schwerere Regalböden
Holzleisten €2 – €5 pro Meter Nein (fest) 30–50 kg Feste Regalböden, einfach
Regalträger-Schienen (System 32) €3 – €8 pro Schiene Ja (alle 32 mm) 25–40 kg pro 4 Stück Professionelle Schränke
Unsichtbare Regalbodenträger €5 – €15 pro Stück Nein (fest) 10–20 kg pro 2 Stück Schwebende Regalböden, Design-Schränke

Der Standard: 5-mm-Regalbodenträger in vorgebohrten Löchern

Dies ist die gebräuchlichste Methode. So machen Sie es:

  1. Bohren Sie zwei Reihen Löcher an der Innenseite jeder Seitenwand — eine Reihe vorne, eine hinten
  2. Halten Sie 32 mm oder 64 mm Abstand ein (System 32 ist der Standard in der Möbelindustrie)
  3. Bohren Sie die Löcher 10–12 mm tief mit einem 5-mm-Bohrer. Kleben Sie Klebeband um den Bohrer, um die richtige Tiefe zu markieren.
  4. Verwenden Sie eine Schablone oder einen perforierten Streifen als Bohrführung — das garantiert, dass alle Löcher an exakt der gleichen Stelle sitzen
  5. Stecken Sie die Regalbodenträger in die Löcher auf der gewünschten Höhe und legen Sie den Regalboden darauf

Tipp: Bohren Sie mehr Löcher, als Sie jetzt brauchen. So können Sie später die Regalbodenhöhe anpassen, ohne neu bohren zu müssen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Schrank bauen in 10 Schritten

Diese Anleitung geht von einem freistehenden Aufbewahrungsschrank von 100 cm breit, 200 cm hoch und 40 cm tief aus, mit zwei Türen und vier verstellbaren Regalböden. Material: MDF 18 mm.

Schritt 1: Entwurf mit Maßen erstellen

Zeichnen Sie Ihren Schrank auf Papier oder in einem kostenlosen Programm wie SketchUp. Bestimmen Sie:

  • Außenmaße (Breite × Höhe × Tiefe)
  • Anzahl Regalböden und Abstände
  • Türtyp (Scharnier oder Schiebetür)
  • Materialstärke (beeinflusst Ihre Innenmaße)

Innenmaß berechnen: Schrankbreite minus 2× Materialstärke. Bei einem 100 cm breiten Schrank mit MDF 18 mm: Innenmaß = 100 – 2 × 1,8 = 96,4 cm. Ihre Regalböden und Zwischenböden müssen also 96,4 cm breit sein.

Schritt 2: Schnittliste erstellen und Material kaufen

Bauteil Anzahl Abmessung Material
Seitenwände 2 200 × 40 cm MDF 18 mm
Ober- und Unterseite 2 96,4 × 40 cm MDF 18 mm
Feste Trennwand (optional) 0–1 96,4 × 40 cm MDF 18 mm
Verstellbare Regalböden 4 96,2 × 38 cm (2 mm Spiel) MDF 18 mm
Rückwand 1 100 × 200 cm Hartfaserplatte oder MDF 6 mm
Türen 2 199,6 × 49,4 cm (bei aufliegenden Türen) MDF 18 mm
Sockelblende (optional) 1 96,4 × 8 cm MDF 18 mm

Lassen Sie im Baumarkt auf Maß sägen. Die Schnitte sind sauberer als zu Hause und Sie sparen Zeit und Staub. Nehmen Sie Ihre Schnittliste mit und überprüfen Sie alle Maße vor Ort.

Schritt 3: Löcher für Regalbodenträger bohren

  1. Markieren Sie auf beiden Seitenwänden die Positionen für die Regalbodenträger-Löcher
  2. Bohren Sie zwei Lochreihen pro Seitenwand: eine Reihe auf 5 cm von der Vorderkante, eine auf 5 cm von der Hinterkante
  3. Verwenden Sie eine Bohrschablone, damit alle Löcher auf exakt der gleichen Position sitzen
  4. Bohren Sie 5-mm-Löcher, 10–12 mm tief

Das machen Sie JETZT, vor der Montage. Löcher in einen bereits montierten Schrank bohren ist viel schwieriger.

Schritt 4: Unterseite an die Seitenwände montieren

  1. Legen Sie eine Seitenwand flach auf den Boden (Innenseite nach oben)
  2. Setzen Sie die Unterseite rechtwinklig an die Seitenwand, unten
  3. Bohren Sie mit einem 3-mm-Bohrer vor (verhindert, dass MDF spaltet)
  4. Verschrauben Sie mit 4×40-mm-Schrauben und Holzleim. Verwenden Sie 4–5 Schrauben pro Verbindung.
  5. Prüfen Sie mit einem Anschlagwinkel, ob der Winkel 90 Grad beträgt

Alternative für sichtbare Schrauben: Verwenden Sie einen Kreg Jig für Taschenloch-Verbindungen. Die Schrauben sitzen dann an der Innenseite und sind von außen unsichtbar.

Schritt 5: Oberseite montieren

  1. Setzen Sie die Oberseite auf die Seitenwand, oben
  2. Vorbohren und verschrauben — gleiche Methode wie Schritt 4
  3. Prüfen Sie erneut, ob alles rechtwinklig ist

Ergebnis: Sie haben jetzt eine U-Form (zwei Seitenwände + Oberseite + Unterseite).

Schritt 6: Zweite Seitenwand montieren

  1. Drehen Sie die Konstruktion auf die Seite
  2. Setzen Sie die zweite Seitenwand auf Ober- und Unterseite
  3. Vorbohren und verschrauben
  4. Messen Sie die Diagonalen, um zu prüfen, ob der Schrank rechtwinklig ist — beide Diagonalen müssen gleich sein

Wichtig: Sind die Diagonalen nicht gleich, ist der Schrank schief. Drücken Sie den Schrank vorsichtig in die richtige Position, bevor Sie die Rückwand anbringen. Die Rückwand fixiert die Form.

Schritt 7: Rückwand befestigen

  1. Legen Sie den Schrank flach auf den Boden mit der Rückseite nach oben
  2. Prüfen Sie nochmals, ob der Schrank rechtwinklig ist (Diagonalen messen)
  3. Legen Sie die Rückwand auf den Schrank
  4. Schrauben oder nageln Sie die Rückwand an allen Rändern fest, alle 15–20 cm, mit 3×20-mm-Schrauben oder Stiftnägeln
  5. Beginnen Sie in einer Ecke und arbeiten Sie zur anderen Ecke

Die Rückwand ist entscheidend. Das ist kein optionales Bauteil. Die Rückwand macht den Schrank rechtwinklig und steif. Ohne Rückwand wackelt Ihr Schrank wie ein Kartenhaus.

Schritt 8: Sockelblende montieren

  1. Stellen Sie den Schrank aufrecht
  2. Befestigen Sie die Sockelblende unten, zwischen den zwei Seitenwänden
  3. Lassen Sie die Blende 2–3 cm gegenüber der Vorderseite zurückspringen — das schafft eine Zehenfreiheit, damit Sie nah am Schrank stehen können

Schritt 9: Türen einhängen

Bei Topfscharnieren (empfohlen):

  1. Markieren Sie die Positionen der Scharniere an der Tür: 10 cm von oben und unten, optional ein drittes in der Mitte bei Türen höher als 120 cm
  2. Bohren Sie die Topflöcher (35 mm) mit einem Forstnerbohrer. Bohren Sie 12–13 mm tief — nicht durch die Tür hindurch.
  3. Montieren Sie das Scharnier im Topfloch mit den mitgelieferten Schrauben
  4. Befestigen Sie die Montageplatte an der Seitenwand des Schranks
  5. Klicken Sie das Scharnier auf die Montageplatte
  6. Stellen Sie die Tür mit den drei Stellschrauben ein: links/rechts, oben/unten und Tiefe

Tipp: Hängen Sie beide Türen erst locker ein und stellen Sie sie dann gemeinsam ein. So können Sie den Spalt zwischen den Türen gleichmäßig verteilen.

Schritt 10: Oberflächenbehandlung

Wählen Sie Ihre Oberflächenbehandlung und bringen Sie sie auf, bevor Sie die Regalböden und Regalbodenträger einsetzen.

Beim Streichen:
1. Schleifen Sie alle Oberflächen leicht mit Körnung 180
2. Tragen Sie eine MDF-Grundierung auf (MDF saugt Farbe wie ein Schwamm auf ohne Grundierung)
3. Schleifen Sie leicht mit Körnung 240 nach dem Trocknen
4. Tragen Sie 2 Schichten Acryl- oder Alkydharzlack auf
5. Schleifen Sie leicht zwischen den Schichten mit Körnung 240

Beim Lasieren (Multiplex oder Massivholz):
1. Schleifen Sie mit Körnung 180
2. Tragen Sie die Lasur mit einem Pinsel oder Tuch auf, in Maserungsrichtung
3. Trocknen lassen und eventuell eine zweite Schicht auftragen
4. Abschließend eine Schicht matten Lack oder Hartwachsöl

Bei Möbelfolie (Budget-Option):
1. Reinigen Sie die Oberfläche gründlich
2. Verwenden Sie selbstklebende Möbelfolie in Holzoptik, Weiß oder Marmor
3. Streichen Sie Luftblasen mit einem Rakel aus
4. Schneiden Sie die Folie mit 2 cm Überstand und falten Sie um die Kanten

Oberflächenbehandlung: Streichen, Lasieren oder Folie?

Oberflächenbehandlung Kosten Ergebnis Schwierigkeit Geeignet für
Streichen (Lack) €20 – €60 (Grundierung + 2 Schichten) Geradlinig, deckend, Farbe nach Wahl Mittel MDF, Multiplex, Massivholz
Lasur + Öl €15 – €40 Maserung sichtbar, natürlich Einfach Multiplex, Massivholz
Hartwachsöl €20 – €50 Matt, natürlich, schützend Einfach Multiplex, Massivholz
Möbelfolie €10 – €30 pro Rolle Holzoptik, Weiß, Marmor Einfach Spanplatte, MDF, alte Schränke
Unbehandelt €0 Roh, industriell Keine Birken-Multiplex

Bestes Ergebnis für MDF: Zwei Schichten weißer Acrylatlack auf MDF-Grundierung. Glatte, geradlinige Oberfläche, die professionell aussieht. Verwenden Sie eine kleine Lackrolle (Schaumstoffrolle) für ein möglichst glattes Ergebnis — besser als ein Pinsel.

Häufige Fehler beim Schrankbauen

1. Nicht vorbohren in MDF oder Spanplatte

MDF und Spanplatte spalten leicht, wenn Sie Schrauben direkt eindrehen. Bohren Sie immer mit einem Bohrer vor, der dünner als die Schraube ist (3-mm-Bohrer bei 4-mm-Schraube). Das kostet 30 Sekunden und verhindert eine gesplitterte Platte.

2. Keine Rückwand verwenden

Ein Schrank ohne Rückwand wird ein wackeliges Gebilde. Die Rückwand — selbst wenn es nur 3 mm Hartfaserplatte ist — gibt dem Schrank seine Steifigkeit. Lassen Sie das nie weg.

3. Innenmaße falsch berechnen

Vergessen Sie nicht, die Materialstärke abzuziehen. Wenn Ihr Schrank 100 cm breit ist und Ihr Material 18 mm stark, sind Ihre Regalböden 100 – 2 × 1,8 = 96,4 cm breit. Nicht 100 cm. Dieser Fehler ist der Grund Nr. 1, warum selbst gebaute Schränke nicht zusammenpassen.

4. Den Schrank nicht rechtwinklig bauen

Messen Sie immer die Diagonalen. Sind sie nicht gleich, steht Ihr Schrank schief — und dann schließen Ihre Türen nicht richtig. Nutzen Sie die Rückwand, um den Schrank in die richtige Position zu ziehen.

5. Spanplatten-Regalböden zu breit ohne Stütze

Spanplatte 18 mm biegt sichtbar durch bei Regalböden breiter als 80 cm, besonders wenn Bücher darauf stehen. Verwenden Sie Multiplex, machen Sie den Regalboden dicker (25 mm) oder setzen Sie einen Regalbodenträger in der Mitte ein.

6. MDF nicht grundieren vor dem Streichen

MDF saugt Farbe wie ein Schwamm auf, besonders an den Sägekanten. Ohne Grundierung brauchen Sie dreimal so viel Farbe und bekommen ein fleckiges Ergebnis. Verwenden Sie immer eine spezielle MDF-Grundierung.

7. Türen ausrichten ohne verstellbare Scharniere

Günstige, nicht verstellbare Scharniere machen es fast unmöglich, Türen sauber auszurichten. Investieren Sie in 35-mm-Topfscharniere mit Dreiwege-Verstellung. Der Preisunterschied beträgt ein paar Euro pro Scharnier, der Unterschied im Ergebnis ist enorm.

8. Kein Spiel einplanen bei Einbauschränken

Wände sind nie perfekt gerade. Messen Sie die Breite auf mindestens drei Höhen und arbeiten Sie mit dem schmalsten Maß minus 5–10 mm. Spalten decken Sie mit einer Abschlussleiste ab. Lieber ein kleiner Spalt als ein Schrank, der nicht passt.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel kostet es, einen Schrank selber zu bauen?

Ein einfaches Bücherregal kostet €60 bis €150 an Material. Ein Kleiderschrank mit Türen kostet €200 bis €450. Ein Einbauschrank von Wand zu Wand kostet €250 bis €600. Lassen Sie das Holz im Baumarkt auf Maß sägen, sparen Sie Werkzeugkosten.

Welches Material ist am besten für einen Schrank?

MDF 18 mm, wenn Sie streichen — glatt, günstig, leicht zu bearbeiten. Birken-Multiplex 18 mm, wenn Sie das Holz sichtbar lassen möchten. Melaminbeschichtete Spanplatte, wenn Sie einen Budget-Schrank möchten, der bereits fertig ist.

Wie baue ich einen Einbauschrank?

Messen Sie die Nische sorgfältig aus — auf mehreren Höhen. Arbeiten Sie mit dem schmalsten Maß und planen Sie 5–10 mm Spiel ein. Befestigen Sie horizontale Leisten an den Wänden an den Stellen, wo die Regalböden kommen. Legen Sie die Regalböden auf die Leisten. Hängen Sie Türen an einen Rahmen, den Sie in die Nische montieren.

Wie hänge ich Schranktüren gerade?

Verwenden Sie 35-mm-Topfscharniere mit Dreiwege-Verstellung. Bohren Sie die Topflöcher mit einem Forstnerbohrer (35 mm, 12–13 mm tief). Nach dem Einhängen können Sie die Tür millimetergenau in drei Richtungen justieren, bis sie perfekt gerade hängt und gleichmäßig schließt.

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