Holz streichen: so lackieren Sie Holz perfekt innen und außen (2026)

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Holz streichen ist eine der häufigsten Methoden, um Holz zu schützen und ihm einen neuen Look zu geben. Ob Sie eine Gartenschaukel streichen, Fensterrahmen lackieren oder Möbel in einer anderen Farbe gestalten wollen — die Grundvorgehensweise ist immer dieselbe: reinigen, schleifen, grundieren, streichen. Der Unterschied liegt in den verwendeten Produkten und den Bedingungen. In diesem Artikel erfahren Sie genau, was Sie wann brauchen und wie Sie Farbschichten ohne Schlieren, Läufer oder abblätternde Farbe perfekt auftragen.

Außen vs. innen: welche Farbe verwenden Sie?

Außenfarbe Innenfarbe
**Wasserbeständigkeit** Hoch Gering
**UV-Beständigkeit** Ja Nein
**Flexibilität** Hoch (beständig gegen Schwinden/Quellen) Gering
**Trocknung** Langsamer Schneller
**Innen verwenden?** Ja (aber stärkerer Geruch) Nicht außen
**Beispiele** Flexa Außenlack, Sikkens Alpha Plus Flexa Perfect Finish, Sigma Superlatex

Verwenden Sie für außen immer Außenfarbe. Innenfarbe blättert nach 1–2 Saisons im Freien ab.

Wasserbasierte vs. lösemittelbasierte Farbe

Wasserbasis (Acryl) Lösemittelbasis (Alkyd)
**Geruch** Gering Hoch
**Trocknung** Schnell (2–4 Stunden) Langsam (8–24 Stunden)
**Qualität** Gut (moderne sind besser als früher) Etwas härteres Endergebnis
**Verarbeitung** Pinsel, Roller, Sprühen Pinsel, Roller, Sprühen
**Werkzeug reinigen** Wasser Terpentin
**Umwelt** Umweltfreundlicher Belastender

Moderne wasserbasierte Außenfarben (Acryl) sind in der Qualität mit lösemittelbasierten Farben vergleichbar. Für die meisten Anwendungen ist Wasserbasis prima und angenehmer in der Verarbeitung.

Benötigte Produkte und Werkzeuge

Produkt/Werkzeug Wofür Preis
Schleifpapier 80–120–180 Vorbereitung €5 – €15
Grundierung/Vorstrich Haftschicht für neue Farbe €15 – €30
Pinsel (Borsten/Nylon) Farbe auftragen €5 – €25
Malerrolle 10 cm (Mini-Rolle) Große Flächen €3 – €10
Malerkrepp Kanten abkleben €3 – €8
Spachtelmasse Kleine Löcher füllen €5 – €10
Deckende Außenfarbe Endergebnis €20 – €50 pro Liter

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Holz streichen in 7 Schritten

Schritt 1: Reinigen

Entfernen Sie Schmutz, Fett, Grünbelag und lose Farbreste. Verwenden Sie Wasser mit Spülmittel und einer harten Bürste. Bei Fensterrahmen oder Gartenmöbeln: verwenden Sie einen speziellen Grünbelag-Reiniger.

Lassen Sie das Holz vollständig trocknen (mindestens 24–48 Stunden bei trockenem Wetter), bevor Sie weitermachen. Feuchtes Holz nimmt keine Farbe gut an.

Schritt 2: Schleifen

Schleifen Sie die Oberfläche mit Körnung 80–120. Dies entfernt lose Farbschichten, gleicht Unebenheiten aus und gibt der neuen Farbe eine raue Oberfläche zum Haften.

Alte Farbe in gutem Zustand? Dann müssen Sie nicht bis zum blanken Holz schleifen — leichtes Anschleifen (Körnung 120–150) reicht aus.

Lose, abblätternde Farbe? Schleifen Sie alles ab und verwenden Sie gegebenenfalls einen Farbschaber oder Heißluftpistole. Abblätternde Farbe niemals überstreichen — das blättert schnell weiter.

Entfernen Sie nach dem Schleifen den Staub von der Oberfläche mit einem trockenen Tuch oder Druckluft.

Schritt 3: Löcher füllen

Füllen Sie kleine Risse, Löcher und Fugen mit Spachtelmasse (innen) oder Außenspachtel (außen). Trocknen lassen und glatt schleifen.

Tipp: bei Holzfenstern: füllen Sie die Fuge zwischen Holz und Mauerwerk nicht mit Spachtelmasse, sondern mit elastischer Dichtmasse (Silikon oder Acrylkit). Spachtelmasse bricht bei Bewegung.

Schritt 4: Grundieren

Eine Grundierung (Vorstrich) ist fast immer nötig bei:

  • Neuem Holz (unbehandelt)
  • Holz, das Sie in der Farbe wechseln (hell auf dunkel oder umgekehrt)
  • Holz mit Harzknoten
  • Metall oder Gusseisen

Tipp: verwenden Sie eine Grundierung, die mit der Endfarbe kompatibel ist (Wasserbasis auf Wasserbasis oder Lösemittelbasis auf Lösemittelbasis).

Tragen Sie die Grundierung dünn auf und lassen Sie sie gut trocknen (2–4 Stunden bei Wasserbasis). Leicht nachschleifen (Körnung 180) für eine bessere Haftung der Endfarbe.

Schritt 5: Erste Farbschicht

Tragen Sie die erste Schicht Endfarbe auf. Arbeiten Sie bei Holz immer mit der Maserung. Beginnen Sie in einer Ecke und arbeiten Sie zur anderen Seite.

Pinseltechnik:

  1. Beladen: Tauchen Sie den Pinsel bis zu einem Drittel in die Farbe, am Rand ausstreifen
  2. Aufstreichen: Farbe in langen, gleichmäßigen Strichen auftragen
  3. Ausstreichen: In Richtung der Maserung für ein sauberes Ergebnis nachstreichen

Rollentechnik (große Flächen):

Rollen Sie die Farbe im W- oder M-Muster auf und streichen Sie dann in eine Richtung aus.

Lassen Sie die erste Schicht vollständig trocknen (Trocknungszeit auf der Verpackung beachten — typisch 2–4 Stunden für Wasserbasis).

Schritt 6: Zwischenschliff

Nach der ersten Schicht leicht mit Körnung 180–220 nachschleifen. Dies entfernt Staubpartikel und Unebenheiten in der Farbschicht und verbessert die Haftung der zweiten Schicht.

Staub mit einem trockenen Tuch entfernen.

Schritt 7: Zweite (und evtl. dritte) Schicht

Tragen Sie die zweite Schicht auf dieselbe Weise wie die erste auf. Die meisten Farben sind nach 2 Schichten deckend. Bei starkem Farbwechsel (z.B. von dunkel nach hell): 3 Schichten empfohlen.

Abschlusskontrolle: Betrachten Sie die getrocknete Farbschicht bei Tageslicht. Sehen Sie Schlieren, Läufer oder dünne Stellen? Leicht schleifen (Körnung 180) und eine weitere Schicht auftragen.

Besondere Situationen

Fensterrahmen streichen

Fensterrahmen sind Regen, Sonne und Temperaturschwankungen ausgesetzt. Verwenden Sie immer Außenlack oder Fensterlack. Renovieren Sie die Fenster alle 3–5 Jahre, bevor sie anfangen zu blättern — so vermeiden Sie tiefe Schäden.

Tipp: streichen Sie Fensterrahmen nie in der Sonne (Farbe trocknet zu schnell, Blasen entstehen). Arbeiten Sie im Schatten oder an einem bewölkten Tag.

Möbel streichen (innen)

Für Innenmöbel: verwenden Sie Möbellack oder Kreidefarbe (Chalk Paint). Kreidefarbe haftet auf fast jeder Oberfläche ohne Grundierung — perfekt für die schnelle Auffrischung von IKEA-Möbeln oder Vintage-Fundstücken.

Tragen Sie nach Kreidefarbe immer eine Schicht schützenden Wachs oder Klarlack auf — Kreidefarbe selbst ist nicht verschleißfest.

Harzknoten abdecken

Bei Fichten- oder Kiefernholz blutet Harz durch die Farbe (gelbe Flecken). Verwenden Sie eine Schellack-Grundierung oder Knotting Solution auf den Ästen vor der Grundierung.

Häufige Fehler

  1. Feuchtes Holz streichen. Farbe haftet nicht auf feuchtem Holz und blättert schnell ab. Warten Sie nach Regen immer 24–48 Stunden.
  2. Grundierung überspringen. Auf neuem oder andersfarbigemHolz ist Grundierung Pflicht — sonst blättert die Endfarbe ab.
  3. Zu dicke Farbschichten. Dünne Schichten geben ein besseres Ergebnis als eine dicke Schicht (Läufer, ungleichmäßiges Trocknen).
  4. Farbschlieren. Verursacht durch zu starke Pinselbeladung oder fehlendes Ausstreichen. Immer mit der Maserung arbeiten.
  5. Zwischenschliff überspringen. Ohne Zwischenschliff haftet die zweite Schicht weniger gut.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel Farbe benötige ich?

Als Faustregel: 1 Liter deckende Farbe deckt 10–15 m². Nicht vergessen: Sie tragen mindestens 2 Schichten auf. Berechnen Sie die Fläche (bei Fensterrahmen auch die Seiten einrechnen) und addieren Sie 10% Extra.

Muss ich auf bereits gestrichenem Holz grundieren?

Auf bereits gestrichenem Holz in gutem Zustand (nicht abblätternd) muss nicht grundiert werden — schleifen und direkt Endfarbe auftragen ist ausreichend. Starker Farbwechsel? Dann ist eine Grundierung dennoch empfohlen.

Kann ich im Winter innen streichen?

Mindesttemperatur zum Streichen: 10°C (für Wasserbasis). Unter dieser Temperatur trocknet Farbe nicht richtig aus und gibt eine schlechte Deckung. Heizen Sie den Raum auf oder warten Sie auf wärmeres Wetter.


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