Fassade dämmen: vollständige Anleitung mit Kosten, Materialien und Schritt-für-Schritt-Plan (2026)

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Die Fassadendämmung ist die wirksamste Methode, um Ihre Heizkosten zu senken. Über die Außenwände gehen in einem durchschnittlichen deutschen Haus 20–30 % der gesamten Wärme verloren. Gut gedämmte Fassaden sparen Ihnen €200–600 pro Jahr an Heizkosten, je nach Gebäude und aktueller Dämmsituation. Die Kosten für die Fassadendämmung variieren stark je nach Methode: von €15–25 pro m² für die Kerndämmung bis zu €80–150 pro m² für die Außenwanddämmung (WDVS). In diesem Artikel erfahren Sie, welche Methode für Ihr Haus die beste Wahl ist, was die Kosten sind und welche Förderung verfügbar ist.

Was kostet Fassade dämmen? Selbst machen vs. Fachbetrieb

Kostenübersicht

Methode Selbst pro m² Fachbetrieb pro m² Typisches Haus (60 m² Fassade)
Kerndämmung Nicht möglich (Facharbeit) €15–25 €900–1.500
Außenwanddämmung (WDVS) Begrenzt möglich €70–150 €4.200–9.000
Innendämmung (Gipskarton + Dämmung) €15–30 €40–70 €900–1.800 (selbst)
Innendämmung (Mineralwolle + Folie) €10–20 €35–60 €600–1.200 (selbst)

Rechenbeispiel: Kerndämmung bei einem Reihenhaus (60 m² Außenfassade)

  • Fachbetrieb: ca. €900–1.500
  • Amortisationszeit: 3–5 Jahre
  • Einsparung pro Jahr: ca. €200–350

Wann lohnt sich Selbermachen?

Kerndämmung ist Facharbeit (Einblasen unter Druck) und kann nicht selbst durchgeführt werden. Innendämmung eignet sich hervorragend für Heimwerker: Sie befestigen Dämmplatten oder Mineralwolle auf der Innenseite der Außenwand und verkleiden sie mit Gipskarton. Außenwanddämmung erfordert Gerüste und Erfahrung — das ist für die meisten Heimwerker zu komplex.

Welche Methode passt zu Ihrem Haus?

Haustyp Empfohlene Methode Grund
Zweischaliges Mauerwerk (Baujahr 1920–1980) Kerndämmung Am günstigsten, geringer Eingriff
Zweischaliges Mauerwerk mit zu schmalem Spalt Innendämmung Hohlraumbreite zu gering
Haus vor 1920 (Vollziegel) Innendämmung oder Außendämmung Kein Hohlraum vorhanden
Wohnung (nicht an Außenwand) Innendämmung Nur von innen möglich
Freistehendes Haus, große Fassade Außenwanddämmung (WDVS) Maximaler Dämmwert

Wie erkennen Sie, ob Sie ein zweischaliges Mauerwerk haben? Bei Häusern ab Baujahr 1920 ist fast immer ein Hohlraum vorhanden. Prüfen Sie die Wandstärke: Bei einer Wand von 28–35 cm ist ein Hohlraum vorhanden. Dünner als 20 cm: Vollmauerwerk, kein Hohlraum.

Methode 1: Kerndämmung

Was ist das?

Dämmmaterial (Glaswolle, EPS/PIR-Kügelchen oder PU-Schaum) wird von außen oder von innen in den Hohlraum eingeblasen. Dies erfordert spezialisierte Geräte und kann nicht selbst durchgeführt werden. Nach der Behandlung werden die Bohrlöcher (2–3 cm Durchmesser) sauber verschlossen.

Kosten und Einsparung

Haustyp Kosten Einsparung pro Jahr Amortisationszeit
Reihenhaus (Mittelhaus) €800–1.200 €150–250 4–6 Jahre
Reihenhaus (Eckhaus) €1.000–1.500 €200–350 4–6 Jahre
Freistehendes Haus €1.500–2.500 €300–500 4–6 Jahre

Vergleich Dämmmaterialien

Material Rd-Wert Vorteile Nachteile
Glaswolle (eingeblasen) 1,5–2,5 Günstig, brandschutzgerecht Kann sich setzen (qualitätsabhängig)
EPS-Kügelchen 2,0–3,0 Stabil, wasserabweisend Etwas teurer
PU-Schaum 2,5–4,0 Höchster Dämmwert Teurer, weniger nachhaltig

Methode 2: Außenwanddämmung (WDVS)

Was ist das?

Dämmplatten (EPS, Mineralwolle, PIR) werden außen an der Fassade befestigt und anschließend mit Fassadenputz oder Fassadenbekleidung abgedeckt. Das ist die wirksamste, aber auch die teuerste Methode.

Kosten und Einsparung

Komponente Preis pro m²
Dämmplatten (EPS 100 mm) €15–25
Befestigungssystem + Kleber €10–15
Armierungsgewebe + Oberputz €25–40
Arbeitskosten (inkl. Gerüst) €30–60
**Gesamt pro m²** **€80–140**

Vorteil: Maximaler Dämmwert (Rd 3,5–5,0), kein Raumverlust innen, auch vorhandene Wärmebrücken werden beseitigt.

Nachteil: Hohe Kosten, Erscheinungsbild der Fassade verändert sich, manchmal Baugenehmigung erforderlich.

Methode 3: Innendämmung (selbst machbar)

Was ist das?

Die Außenwand wird von innen gedämmt. Sie bauen eine Wand aus Metallständerprofilen oder Holzlatten mit Dämmung dazwischen (Mineralwolle, Glaswolle oder PIR-Platten) und verkleiden sie mit Gipskarton.

Schritt-für-Schritt-Anleitung Innendämmung

#### Schritt 1 — Wand vorbereiten

Vorhandene Wandverkleidung wo nötig entfernen. Wand auf Feuchtigkeit prüfen (eine feuchte Wand zuerst trockenlegen, sonst wird die Dämmung feucht). Eine Dampfsperrfolie oder Dampfbremse auf der Wand anbringen (in kühleren Klimazonen).

#### Schritt 2 — Metallständer oder Holzlatten anbringen

CW50-Metallständerprofile oder 4×5-cm-Holzlatten an Boden, Decke und Seitenwänden sowie alle 60 cm befestigen. Die Tiefe des Rahmens bestimmt die Dämmstärke.

#### Schritt 3 — Dämmung einbringen

Die Dämmung zwischen den Latten oder Ständern einbringen. Mineralwolle oder PIR-Platten zuschneiden — sie müssen straff sitzen, ohne eingedrückt zu werden (das verringert den Dämmwert).

#### Schritt 4 — Dampfbremse anbringen

Eine Dampfbremse oder Dampfsperrfolie über die gesamte Wand anbringen. Alle Nähte mit Dampfbremse-Klebeband abkleben. Dies verhindert, dass warme feuchte Raumluft in die Dämmung gelangt und kondensiert.

#### Schritt 5 — Gipskartonplatten befestigen

Gipskartonplatten (12,5 mm) auf dem Ständerwerk befestigen. Die Fugen mit Glasfasergewebe und Spachtelkitt verspachteln (siehe Artikel Gipskarton verlegen).

Kosten Innendämmung selbst machen

Material pro m² Preis
Metallständerrahmen €4–6
Mineralwolle (100 mm) €6–10
Dampfbremse + Klebeband €2–4
Gipskarton (12,5 mm) €5–8
Oberflächenbehandlung (Spachtel, Farbe) €3–5
**Gesamt pro m²** **€20–33**

Förderung für Fassadendämmung (2026)

BEG-Förderung (Bundesförderung für effiziente Gebäude)

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) erstattet einen Teil der Kosten für Fassadendämmmaßnahmen.

Dämmmaßnahme Förderung pro m²
Kerndämmung €7–12 pro m²
Außenwanddämmung €18–27 pro m²
Innendämmung €6–9 pro m²
  • Antrag über BAFA oder KfW nach Ausführung stellen
  • Arbeiten müssen von einem zertifizierten Fachbetrieb ausgeführt werden (für Kerndämmung und Außendämmung)
  • Kombinieren Sie mehrere Maßnahmen? Dann ist auch das KfW-Klimaschutzprogramm interessant (günstige Zinsen oder zinslose Darlehen für Geringverdiener)

Energielabel-Verbesserung

Situation Label-Verbesserung
Von G nach F (nur Fassade) 1 Stufe
Von F nach D (Fassade + Dach) 2–3 Stufen
Von E nach B (Gesamtpaket) 3–4 Stufen

Materialliste Innendämmung (15 m² Wand)

Material Menge Preisangabe
CW50-Metallständer 7 Stück × 2,6 m €40–55
UW50-Führungsprofile (Boden + Decke) 16 m €25–35
Mineralwolle 100 mm 15 m² €60–90
Dampfsperrfolie 17 m² €15–25
Dampfbremse-Klebeband 1 Rolle €10–15
Gipskarton 12,5 mm (feuchtigkeitsresistent) 13–14 Platten €104–154
Gipsschrauben, Glasfasergewebe, Spachtelkitt 1 Set €25–35
Dichtungsband 8 m €6–10

Häufige Fehler

Fehler Folge Lösung
Feuchte Wand dämmen Feuchtigkeitsstau, Schimmel Feuchtigkeitsproblem zuerst lösen
Keine Dampfbremse Kondensat in der Dämmung Immer Dampfsperrfolie anbringen
Kerndämmung selbst versuchen Unzureichende Verteilung, keine Garantie Einem zertifizierten Fachbetrieb überlassen
Keine Förderung beantragt Unnötig Geld verschenkt Immer BEG-Förderung beantragen
Zu dünne Dämmung wählen Unzureichender Dämmwert Mindestens 80–100 mm für spürbaren Effekt

Fazit

Fassade dämmen ist eine Investition mit einer der kürzesten Amortisationszeiten im Baubereich. Kerndämmung ist die günstigste und wirksamste Wahl, wenn Sie zweischaliges Mauerwerk haben — vergessen Sie nicht, die BEG-Förderung zu beantragen. Kein Hohlraum vorhanden oder möchten Sie von innen arbeiten? Dann ist Innendämmung hervorragend selbst für ca. €20–33 pro m² durchführbar. Kombinieren Sie die Fassadendämmung immer mit Dachdämmung und Fußbodendämmung für die maximale Wirkung auf Ihr Energielabel und Ihre monatlichen Heizkosten.


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