‘Weinende Bräute’ (niederländisch ‘huilende bruiden’) ist der Spitzname für die großen, stattlichen Herrenbauernhöfe einst wohlhabender Getreidebauern in Ostgroningen (dem Oldambt), die verfallen sind oder zu verfallen drohen. Sie würden gleichsam um ihre verlorene Pracht “weinen”.
Hintergrund
Die Höfe wurden in einer Blütezeit für die Getreidebauern gebaut:
- In der sogenannten Getreiderepublik (etwa 1870–1920), der Hochzeit des Getreideanbaus in Groningen, verdienten die Bauern viel Geld
- Dieser Reichtum zeigte sich in monumentalen, reich verzierten Höfen mit vornehmen Vorderhäusern, oft im Stil des Oldambtster Bauernhofs
- Als die Getreidepreise fielen und sich die Landwirtschaft wandelte, verschwand der Wohlstand und viele dieser Gebäude verfielen
Bedeutung und Erhalt
- Es sind bildprägende und kulturhistorisch wertvolle Gebäude in der groninger Landschaft
- Viele stehen unter Denkmalschutz; eine Umnutzung (zu Wohnen, Pflege oder Gewerbe) ist oft der Weg zum Erhalt
- Die Instandhaltung ist wegen der Größe und der reichen Detaillierung kostspielig
Der Begriff ist keine Baukonstruktion, sondern eine kulturhistorische, volkstümliche Bezeichnung.
Verwandte Begriffe
- Bauernhof
- Oldambtster Bauernhof
- Umnutzung
- Denkmal
- Kulturhistorischer Wert
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