Guttae sind kleine, kegel- oder tropfenförmige Zierelemente, die in der dorischen Ordnung unter dem Triglyph und unter der Mutulus angebracht sind. Das lateinische Wort gutta bedeutet wörtlich „Tropfen”. Die Guttae stehen stets in Reihen und gehören zum klassischen Gebälk einer dorischen Tempel- oder Bauform.
Platz in der dorischen Ordnung
Die dorische Ordnung ist die älteste und schlichteste der klassischen Ordnungen. Im Gebälk (das auf den Säulen ruht) sitzen Guttae an zwei festen Stellen:
- Unter der Regula — einer schmalen Leiste direkt unter dem Triglyph im Architrav; darunter hängen meist sechs Guttae
- Unter der Mutulus — den flachen, vorspringenden Platten an der Unterseite des Kranzgesimses; hierunter sitzen Guttae in Dreierreihen, meist achtzehn je Mutulus
Herkunft und Bedeutung
Man nimmt an, dass die Guttae eine versteinerte Erinnerung an den ursprünglichen hölzernen Tempelbau sind: Sie sollen die Nagelstifte oder Dübel darstellen, die früher Balken und Latten hielten. Als die griechischen Tempel in Stein ausgeführt wurden, übernahm man diese Holzdetails als Ornament.
Guttae haben also keine tragende Funktion mehr, sondern sind rein dekorativ und kennzeichnend für den dorischen Stil. Man begegnet ihnen nicht nur an antiken Tempeln, sondern auch an späteren Gebäuden im Klassizismus.
Verwandte Begriffe
- Dorische Ordnung
- Triglyph
- Metope
- Gebälk
- Ornament
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