Zulagebewehrung ist zusätzliche Bewehrung, die an bestimmten Stellen einer Betonkonstruktion eingebaut wird, um örtliche Spannungskonzentrationen aufzunehmen. Es handelt sich um Bewehrungsstäbe, die neben der regulären Haupt- und Verteilungsbewehrung an Stellen mit erhöhtem Rissbild- oder Zugkraftrisiko eingelegt werden.
Wann ist Zulagebewehrung erforderlich?
- Aussparungen und Durchbrüche — rund um Öffnungen in Decken oder Wänden (für Leitungen, Treppen, Aufzugsschächte) entstehen Spannungskonzentrationen
- Ecken und Knicke — an Ecken in Wänden oder Decken treten zusätzliche Kräfte auf
- Auflagerpunkte — wo ein Balken oder eine Decke auf einem Auflager ruht, ist zusätzliche Querkraftbewehrung erforderlich
- Einspannung — bei eingespannten Auflagern werden Zulagesstäbe für das Stützmoment benötigt
- Rissbeherrschung — an Stellen mit erhöhter Rissgefahr
Ablauf in der Praxis
- Berechnung — der Tragwerksplaner berechnet, wo Zulagebewehrung erforderlich ist
- Bewehrungsplan — die Zulagen werden als eigene Position im Bewehrungsplan dargestellt
- Einbau — der Bewehrungsflechter verlegt die Zulagestäbe an den angegebenen Stellen
- Kontrolle — vor dem Betonieren wird geprüft, ob alle Zulagen korrekt eingebaut sind
Verwandte Begriffe
- Bewehrung
- Betonstahl
- Biegeliste
- Oberbewehrung
- Querkraft
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