Vergussmörtel, im Englischen Grout genannt, ist ein fließfähiger Mörtel aus Zement, Wasser und meist einem feinen Zuschlag oder Zusatzmitteln, mit dem sich Hohlräume, Fugen und Spalten vollständig ausgießen oder injizieren lassen. Da Grout dünn genug ist, um überall einzufließen, und nach dem Erhärten wenig schwindet, entsteht eine vollständig gefüllte, tragende Verbindung.
Eigenschaften
Guter Vergussmörtel zeichnet sich aus durch:
- Hohe Fließfähigkeit — füllt auch schmale und schwer zugängliche Hohlräume
- Schwindarm oder leicht quellend — vermeidet Hohlstellen und sichert vollen Kontakt
- Hohe Endfestigkeit — überträgt nach dem Erhärten die Last
- Einstellbare Erhärtungszeit — auf die Anwendung abgestimmt
Anwendungen
Vergussmörtel wird im Bauwesen häufig verwendet, unter anderem für:
- Untergießen von Stahlkonstruktionen — den Raum zwischen einer Stahlstützen-Fußplatte und dem Fundament füllen, sodass die Last gleichmäßig übertragen wird
- Unterstopfen von Fertigteilen — die Fuge unter vorgefertigten Wänden und Trägern ausgießen
- Anker und Dübel — Stäbe oder Bolzen in Bohrlöchern verankern
- Injektion in Boden und Mauerwerk — Risse, Hohlräume oder Poren zur Verfestigung oder Abdichtung füllen
Für tragende Arbeiten wird oft ein werksseitig zusammengesetzter, schwindarmer Vergussmörtel verwendet, dessen Festigkeit und Fließfähigkeit garantiert sind. Das richtige Wasser-Zement-Verhältnis ist entscheidend: zu viel Wasser senkt die Festigkeit.
Verwandte Begriffe
- Verpressinjektion
- Verpressanker
- Zement
- Injektionsmörtel
- Fertigteil
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