Sedimentgestein ist Gestein, das durch die Ablagerung und Verfestigung von Materialien wie Sand, Kies, Ton oder organischen Resten entstanden ist. Im Bauwesen spielt Sedimentgestein eine wichtige Rolle als Baumaterial und als Baugrund.
Entstehung
Sedimentgestein entsteht durch einen mehrstufigen Prozess:
- Verwitterung bestehender Gesteine durch Wind, Wasser, Frost oder chemische Prozesse
- Transport des verwitterten Materials durch Flüsse, Wind oder Gletscher
- Ablagerung (Sedimentation) in Schichten, oft am Meeresboden, in Seen oder Flussdeltas
- Verfestigung (Diagenese) durch Druck und chemische Bindung über Millionen von Jahren
Anwendung
Sedimentgestein wird im Bauwesen vielfältig eingesetzt:
- Sandstein als Fassadenmaterial und für tragende Mauern, besonders im historischen Bauen
- Kalkstein als Zuschlagstoff für Beton und Mörtel sowie als Natursteinverkleidung
- Tonstein und Schiefer als Dacheindeckung und für Bodenbeläge
- Gips (ein chemisches Sedimentgestein) für Putz, Trockenbauwände und Estriche
- Travertin als hochwertiger Bodenbelag und Fassadenverkleidung
Bedeutung für den Baugrund
Für Bauingenieure ist die Kenntnis von Sedimentgesteinen entscheidend:
- Tragfähigkeit: Sedimentgesteine haben je nach Art unterschiedliche Druckfestigkeiten
- Wasserführung: Viele Sedimentgesteine sind porös und können Grundwasser führen
- Setzungsverhalten: Beim Bauen auf Sedimentgestein muss das Setzungsverhalten berücksichtigt werden
- Bodenuntersuchung: Vor Baubeginn werden Bohrungen durchgeführt, um die Sedimentschichten zu analysieren
Verwandte Begriffe
- Naturstein
- Baugrund
- Geotechnik
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