Was ist Lichtdurchlässigkeit?

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Lichtdurchlässigkeit ist das Maß dafür, wie viel sichtbares Licht ein Werkstoff hindurchlässt. Ausgedrückt wird sie als τv-Wert (tau-v): der Anteil des einfallenden sichtbaren Lichts, der auf der anderen Seite wieder austritt, meist als Prozentwert oder als Zahl zwischen 0 und 1.

Der Unterschied zu „durchsichtig” ist wichtig. Milchweißes Polycarbonat kann 80 Prozent des Lichts durchlassen, ohne dass man hindurchsieht; die Lichtdurchlässigkeit sagt etwas über die Lichtmenge aus, nicht über das Bild.

Wo spielt sie eine Rolle?

  • Fensterglas. Je mehr Scheiben und Beschichtungen, desto weniger Licht kommt durch.
  • Kunststoffplatten wie Polycarbonat und Acrylglas, als Stegplatte oder massiv, klar oder opal.
  • Lichtkuppeln. Eine klare Kunststoffkuppel lässt in der Größenordnung von 90 Prozent des Lichts durch, eine opalweiße Ausführung grob 80 Prozent. Die Opalvariante liefert im Gegenzug diffuses Licht ohne harten Schlagschatten und ohne Einblick.
  • Gardinen, Vorhänge und Insektenschutz. Auch sie nehmen Licht weg — bei einem Fenster, das gerade eben genug Licht liefert, kann ein engmaschiges Gitter den Ausschlag geben.
  • Gewächshausbau. Hier ist Lichtdurchlässigkeit ein wirtschaftlicher Faktor: mehr Licht bedeutet grundsätzlich mehr Pflanzenwachstum, bis Temperatur und Verbrennung zum begrenzenden Faktor werden.

Ungefähre Werte für Glas

Als Anhaltswerte für klares Glas ohne Sonnenschutzbeschichtung:

  • Einfachglas klar: um 90 Prozent.
  • Standard-Zweifachglas: grob 80 Prozent.
  • Wärmeschutz-Zweifachglas: grob 75 bis 80 Prozent; die Low-E-Beschichtung kostet einige Prozent Licht.
  • Dreifachglas: grob 70 Prozent, weil eine weitere Scheibe und eine weitere Beschichtung hinzukommen.
  • Sonnenschutzglas: stark unterschiedlich, von etwa 70 Prozent bis auf weniger als die Hälfte davon.

Immer die Angabe des Lieferanten für den konkreten Glasaufbau erfragen; zwischen zwei Wärmeschutzaufbauten können einige Prozentpunkte liegen.

Weniger Licht ist manchmal erwünscht

Die Lichtdurchlässigkeit lässt sich bewusst senken: durch Ätzen oder Sandstrahlen des Glases, durch ein bedrucktes oder eingelegtes Muster, durch Sonnenschutzfolie, durch die Wahl eines opalen Kunststoffs oder durch Solarzellen im Glasaufbau. Letzteres liefert Energie und dämpft zugleich das Licht — eine Lösung, die man vor allem bei Überdachungen und Atrien findet.

Praxistipps

  • Lichtdurchlässigkeit ist nicht Wärmedurchlässigkeit. Es gibt Glas, das viel Licht und wenig Sonnenwärme durchlässt, und umgekehrt. Immer beide Kennwerte beurteilen.
  • Mit der Glasfläche rechnen, nicht mit der Rohbauöffnung. Rahmen und Profile nehmen leicht 20 bis 30 Prozent der Öffnung ein; schlanke Profile bringen tatsächlich mehr Licht.
  • Schmutz zählt mit. Ein Jahr lang nicht gereinigtes Glas oder eine verwitterte Kunststoffkuppel lässt merklich weniger Licht durch. Bei Oberlichtern ohne Wartungszugang ist das ein dauerhafter Verlust.
  • Kunststoff vergilbt. Polycarbonat und Acrylglas ohne guten UV-Schutz verlieren über die Jahre an Lichtdurchlässigkeit. Nach der UV-Schutzschicht und deren Garantie fragen.
  • Mehr Glas heißt nicht immer mehr Licht dort, wo man es braucht. Ein hoch sitzendes Fenster belichtet tiefer als ein breites Fenster weit unten — siehe den Artikel zum Obergaden.

Verwandte Begriffe

  • Lichttransmissionsgrad
  • Tageslichtquotient
  • Gesamtenergiedurchlassgrad
  • Bauglas
  • Lichtkuppel
  • Lichtband
  • Obergaden

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