Ein Leibungsfenster ist ein senkrechtes Fenster, das in der seitlichen Wand (Leibung) einer Dachgaube eingebaut wird und für zusätzlichen Lichteinfall im Dachgeschoss sorgt.
Aufbau und Funktion
Eine Dachgaube ragt aus der Dachfläche hervor und besitzt in der Regel ein Frontfenster. Die seitlichen Wände der Gaube, die sogenannten Gaubenwangen oder Leibungen, sind normalerweise geschlossen. Wird in einer dieser Seitenwände ein Fenster eingesetzt, spricht man von einem Leibungsfenster.
Das Leibungsfenster ergänzt das Frontfenster der Gaube und vergrößert die belichtete Fläche im Dachraum erheblich. Besonders bei tiefen Gauben oder Räumen, die nur über eine Gaube belichtet werden, kann ein Leibungsfenster den Tageslichteinfall deutlich verbessern.
Bauliche Anforderungen
Bei der Planung und dem Einbau von Leibungsfenstern müssen verschiedene Aspekte berücksichtigt werden:
- Statik: Die Gaubenwange muss die Fensteröffnung tragen können, eventuell ist ein Sturz erforderlich.
- Abdichtung: Der Anschluss an die Dachfläche muss sorgfältig abgedichtet werden, um Feuchteschäden zu vermeiden.
- Wärmedämmung: Die Leibung rund um das Fenster muss ausreichend gedämmt sein.
- Baugenehmigung: Je nach Landesbauordnung und Abstandsflächen kann eine Genehmigung erforderlich sein.
Anwendung
Leibungsfenster finden sich vor allem bei größeren Gaubenformen wie Schleppgauben oder Flachdachgauben, deren Seitenwände genügend Fläche bieten. Bei schmalen Gauben wie Spitzgauben ist der Einbau kaum möglich.
Sie werden häufig beim Dachgeschossausbau eingesetzt, wenn der Wohnraum unter dem Dach maximal belichtet werden soll. Auch bei der Nachrüstung bestehender Gauben können Leibungsfenster eine sinnvolle Ergänzung sein, sofern die Konstruktion es zulässt.
In der Praxis werden Leibungsfenster meist als feststehende Verglasungen oder als Dreh-Kipp-Fenster ausgeführt.
Verwandte Begriffe
- Dachgaube
- Gaubenwange
- Dachflächenfenster
- Tageslichtfaktor
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