Lehrgerüst ist ein temporäres Rahmenwerk, das als Hilfskonstruktion beim Bau von Bögen, Gewölben und anderen gekrümmten Bauteilen dient. Es trägt die Konstruktion so lange, bis der Mörtel oder Beton ausreichend erhärtet ist und das Bauteil sich selbst tragen kann.
Anwendung
Lehrgerüste haben eine lange Tradition im Bauwesen und werden noch heute bei der Restaurierung historischer Bauwerke und im anspruchsvollen Neubau eingesetzt.
Einsatzbereiche
- Bogenmauerwerk: Beim Mauern von Rundbögen über Fenstern, Türen oder Durchgängen stützt das Lehrgerüst die Ziegel, bis der Mörtel abbindet.
- Gewölbe: Beim Bau von Kreuz-, Tonnen- oder Kuppelgewölben gibt das Lehrgerüst die exakte Form vor.
- Betonbögen: Bei der Herstellung von Bogenbrücken oder gewölbten Betonkonstruktionen dient es als Schalung und Stütze.
- Sturzherstellung: Auch bei der Herstellung von gemauerten Stürzen wird ein Lehrgerüst als Unterstützung verwendet.
Aufbau und Materialien
- Holzkonstruktion: Traditionell werden Lehrgerüste aus Holz gefertigt, da es sich leicht in die gewünschte Form bringen lässt.
- Stahlkonstruktion: Bei größeren Spannweiten kommen auch Stahlkonstruktionen zum Einsatz.
- Formgebung: Die Oberkante des Lehrgerüsts gibt die exakte Bogenform vor, die sogenannte Leibung.
- Ausrüsten: Nach dem Erhärten wird das Lehrgerüst vorsichtig entfernt (ausgerüstet), oft durch kontrolliertes Absenken mittels Keilen.
Tipps für Heimwerker
Für einen einfachen Rundbogen über einer Gartenmaueröffnung kannst du ein Lehrgerüst aus zwei halbkreisförmig ausgeschnittenen Sperrholzplatten und Querlatten selbst herstellen. Lasse den Bogen mindestens 48 Stunden abbinden, bevor du das Gerüst entfernst.
Verwandte Begriffe
- Konstruktion
- Mörtel
- Backstein
- Baumethode
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