Kreosotieren bezeichnet das Imprägnieren von Holz mit Kreosot, einem aus Steinkohlenteer gewonnenen Öl, um das Holz dauerhaft gegen biologischen Abbau zu schützen. Dieses Verfahren gehört zu den ältesten und wirksamsten Methoden der Holzkonservierung im Bauwesen.
Anwendung
Beim Kreosotieren wird das Holz in der Regel im Kesseldruckverfahren behandelt. Dabei wird das Holz zunächst in einen Druckkessel eingebracht und einem Vakuum ausgesetzt, um die Luft aus den Holzzellen zu entfernen. Anschließend wird das erwärmte Kreosot unter Druck in das Holz gepresst, wodurch eine tiefe und gleichmäßige Durchdringung erreicht wird.
Kreosotiertes Holz wurde traditionell vor allem im Außenbereich eingesetzt: Eisenbahnschwellen, Telegrafenmasten, Hafenbauten, Brückenkonstruktionen und Zaunpfähle wurden auf diese Weise behandelt. Die dunkle, ölige Beschichtung verleiht dem Holz eine charakteristische braun-schwarze Farbe und einen markanten Geruch.
Die Schutzwirkung von Kreosot ist außerordentlich hoch. Es wirkt fungizid gegen holzzerstörende Pilze, insektizid gegen Schädlinge wie den Hausbock und wasserabweisend gegen Feuchtigkeit. Die Lebensdauer kreosotierten Holzes kann Jahrzehnte betragen.
In der Europäischen Union ist die Verwendung von Kreosot aufgrund seiner gesundheitsschädlichen und umweltbelastenden Eigenschaften stark eingeschränkt. Kreosot enthält polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die als krebserregend gelten. Seit 2003 darf kreosotiertes Holz nicht mehr an Privatpersonen verkauft werden und ist nur noch für gewerbliche Anwendungen unter strengen Auflagen zugelassen. Moderne Alternativen wie Kupfer-Chrom-Bor-Salze oder thermische Modifikation ersetzen das Verfahren zunehmend.
Verwandte Begriffe
- Holzimprägnierung
- Kesseldruckverfahren
- Holzschutzmittel
- Teeröl
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