Kreislaufwirtschaft (Circular Economy) ist ein Wirtschaftssystem, in dem Materialien und Produkte so lange wie möglich im Kreislauf gehalten werden — durch Wiederverwendung, Reparatur, Aufbereitung und Recycling — anstatt sie nach Gebrauch zu entsorgen. Im Bauwesen bedeutet dies: Bauen mit Materialien, die am Ende ihrer Lebensdauer erneut eingesetzt werden können.
Warum kreislaufgerecht bauen?
Der Bausektor ist für etwa 40% des gesamten Abfallaufkommens verantwortlich:
- Rohstoffknappheit — Primärrohstoffe werden knapp; Wiederverwendung verringert den Bedarf
- CO2-Reduktion — die Herstellung neuer Materialien verbraucht viel Energie
- Abfallvermeidung — weniger Abbruchabfall auf Deponien
- Kosteneinsparung — wiederverwendete Materialien können günstiger sein
Grundsätze
- Design für Demontage — Konstruktionen werden so entworfen, dass Teile leicht rückgebaut werden können
- Materialpass — jedes Material wird registriert, damit bei Rückbau bekannt ist, was wiederverwendbar ist
- Lösbare Verbindungen — Schrauben statt Kleben, Steckverbindungen statt Mörtel
- Nachwachsende Materialien — Holz, Bambus, Stroh statt Beton und Stahl
- Hochwertiges Recycling — Materialien zu gleichwertigem Produkt recyceln
Anwendung
- Wiederverwendung von Ziegeln — alte Mauersteine reinigen und erneut mauern
- Recyclingbeton — Beton mit recyceltem Zuschlag
- Demontierbare Fassaden — verschraubte statt verklebte Fassadenelemente
- Materialbanken — Materialien aus Abbruchprojekten ernten und lagern
Verwandte Begriffe
- Nachhaltiges Bauen
- Cradle to Cradle
- Abbruch
- Wiederverwendung
- Materialpass
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