Eine Kolonnette ist eine kleine, schlanke Säule, die häufig in Fenstergruppen, Arkaden oder als Zierelement in der mittelalterlichen Architektur vorkommt.
Merkmale und Aufbau
Die Kolonnette unterscheidet sich von einer regulären Säule vor allem durch ihre geringen Abmessungen und ihre überwiegend dekorative Funktion. Typische Merkmale sind:
- Schlanke Proportionen — Der Schaftdurchmesser beträgt oft nur 5 bis 15 Zentimeter bei einer Höhe von 30 bis 150 Zentimetern.
- Basis und Kapitell — Auch Kolonnetten besitzen eine profilierte Basis und ein Kapitell, das den Bogen oder den Sturz aufnimmt.
- Bündelung — Mehrere Kolonnetten können zu einem Bündelpfeiler zusammengefasst sein, wie in der Gotik üblich.
- Material — Häufig aus Naturstein (Sandstein, Kalkstein, Marmor) gefertigt, seltener aus Holz oder Gusseisen.
Anwendung
Kolonnetten treten in folgenden Zusammenhängen auf:
- Biforien und Triforien — Gekoppelte Fenster der Romanik und Gotik, bei denen eine oder zwei Kolonnetten das Fenster unterteilen.
- Kreuzgänge — Die Arkaden romanischer Kreuzgänge werden häufig von Kolonnetten getragen.
- Blendarkaden — Dekorative Bogenreihen an Fassaden, die auf Kolonnetten ruhen.
- Kamine und Portale — Als rahmende Elemente neben Öffnungen in mittelalterlichen Profanbauten.
In der modernen Architektur werden Kolonnetten selten verwendet, finden sich aber bei denkmalgerechten Restaurierungen und historisierenden Neubauten.
Verwandte Begriffe
- Säule
- Bogen
- Gewölbe
- Fassade
- Konstruktion
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