Kantrichten (Besäumen) ist das gerade und rechtwinklige Ausrichten der Längskante (Seitenkante) eines Bretts oder Balkens. Ziel ist eine saubere, schnurgerade Kante, die rechtwinklig zur Fläche steht und als zuverlässige Bezugskante für das weitere Sägen und Bearbeiten dienen kann. So bearbeitetes Holz nennt man gesäumtes oder kantgerechtes Holz.
Warum Kantrichten?
Raue oder gesägte Bretter haben oft eine unregelmäßige, leicht gebogene oder schiefe Kante. Will man genau weiterarbeiten, braucht man eine perfekt gerade und rechtwinklige Kante als Ausgangspunkt:
- Bezugskante — von der gesäumten Kante aus kann man auf Maß anzeichnen und das Brett auf Breite sägen
- Guter Anschluss — Bretter mit gerader Kante schließen dicht aneinander an, etwa bei einem Boden, einer Platte oder einem verleimten Paneel
- Rechtwinkligkeit — die Kante steht senkrecht zur Fläche, was für Verbindungen wichtig ist
Wie geschieht es?
Kantrichten ist auf verschiedene Weise möglich:
- Mit dem Handhobel — die Kante mit einem langen Rauhbank gerade hobeln und mit einem Winkel auf Rechtwinkligkeit prüfen
- Mit der Abrichthobelmaschine — maschinell wird die Kante am Anschlag gerade und rechtwinklig gemacht
- Mit einer geführten Handkreissäge oder Tischkreissäge — die Kante wird an einer geraden Führung abgesägt
Faustregel
Prüfen Sie zwischendurch immer mit einem Winkel, ob die Kante wirklich rechtwinklig zur Fläche steht, und mit einer geraden Latte oder dem Auge, ob sie nicht konvex oder konkav verläuft. Erst wenn eine Kante sauber ist, verwenden Sie sie als Bezug für den Rest.
Verwandte Begriffe
- Kantgerechtes Holz
- Hobeln
- Putzhobel
- Winkel
- Holzverbindungen
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