Kalfatern ist ein Dichtungsmaterial — wie Werg, Moos oder Hanffasern — das in Fugen und Spalten getrieben wird, um diese wasser- und luftdicht zu verschließen. Der Begriff stammt ursprünglich aus dem Schiffbau, hat sich aber längst im Bauwesen als fester Fachbegriff etabliert.
Herkunft und Bedeutung
Das Wort Kalfatern leitet sich vom arabischen „qalfata” ab, was so viel bedeutet wie „abdichten” oder „verstopfen”. In der Seefahrt wurden die Planken von Holzschiffen mit Werg und Pech kalfatert, um das Eindringen von Wasser zu verhindern. Diese Technik wurde in der Baupraxis übernommen, insbesondere beim Blockhaus- und Fachwerkbau.
Materialien
Traditionell kommen beim Kalfatern natürliche Fasermaterialien zum Einsatz:
- Werg (Flachsfasern) — das am häufigsten verwendete Kalfatermaterial
- Moos — besonders im skandinavischen und alpinen Holzbau verbreitet
- Hanffasern — langlebig und feuchtigkeitsbeständig
- Jute — als preiswerte Alternative zu Werg
Die Fasern werden mit einem Kalfateisen (einem flachen Meißel) und einem Klüpfel (Holzhammer) fest in die Fugen getrieben. Anschließend wird die Fuge oft mit Pech, Teer oder Kitt versiegelt.
Anwendung
Kalfatern findet vor allem bei folgenden Bauweisen Anwendung:
- Blockhausbau — Abdichtung der waagerechten Fugen zwischen den Stämmen
- Fachwerkbau — Verschließen von Rissen und Spalten im Holzgefüge
- Restaurierung — denkmalgerechte Sanierung historischer Gebäude
- Holzfensterbau — traditionelle Abdichtung von Glasfalzen
Moderne Alternativen wie Silikonkartuschen oder Kompribänder haben das klassische Kalfatern in Neubauten weitgehend ersetzt. In der Denkmalpflege und beim ökologischen Bauen bleibt das Kalfatern jedoch eine bewährte und geschätzte Technik.
Verwandte Begriffe
- Kalfaterung
- Werg
- Fugendichtung
- Blockbauweise
- Dichtungsmasse
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