Kahlschlag bedeutet ursprünglich das vollständige Abholzen einer Waldfläche auf einmal: Alle Bäume werden gleichzeitig gefällt, sodass eine kahle Fläche zurückbleibt. Im Städtebau wird der Begriff übertragen für den großflächigen Abriss eines ganzen Gebiets oder Viertels verwendet. In beiden Bedeutungen geht es um das radikale Entfernen des Bestehenden.
In der Forstwirtschaft
Beim Kahlschlag wird ein ganzer Abschnitt auf einmal gefällt, statt Bäume selektiv auszudünnen. Das liefert in kurzer Zeit viel Holz, doch der Boden liegt danach offen: höhere Gefahr von Erosion, Auswaschung und Verlust der Artenvielfalt. Deshalb folgt oft eine Wiederaufforstung, oder es kommen schonendere, allmähliche Methoden zum Einsatz.
Im Städtebau
Übertragen steht Kahlschlag für den Abriss eines großen zusammenhängenden Gebiets, etwa eines alten Arbeiterviertels, das vollständig weichen musste. Solche Eingriffe des vorigen Jahrhunderts werden heute kritisch gesehen, weil viel gewachsene Bebauung und soziale Struktur verloren ging.
Zu beachten
- Bei heutiger Quartiersentwicklung wird meist eine schrittweise Erneuerung bevorzugt
- Der offene Boden nach Kahlschlag erfordert Maßnahmen gegen Erosion
Verwandte Begriffe
- Bebauungsplan
- Holzarten
- Holz
- Abriss
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