Gießbau ist eine Bauweise, bei der tragende Wände und Decken vor Ort (in situ) aus Beton in eine Schalung gegossen werden. Nachdem der Beton ausgehärtet ist, wird die Schalung entfernt und die Konstruktion steht als ein zusammenhängendes, monolithisches Ganzes.
Anwendung
Der Gießbau wird häufig im Wohnungsbau, bei Mehrfamilienhäusern und im Gewerbebau eingesetzt, besonders bei Projekten mit vielen gleichen, sich wiederholenden Grundrissen. Mit einer Stahl- oder Aluminium-Tunnelschalung werden Wände und Decke in einem Arbeitsgang betoniert, wodurch schnell und effizient ganze Wohnebenen entstehen.
Die Methode liefert massive, schalldämmende und feuerbeständige Konstruktionen. Da die Wände direkt eben und glatt sind, ist wenig Nachbearbeitung nötig, bevor mit Putz oder Tapete abgeschlossen werden kann.
Merkmale
Kennzeichnend für den Gießbau ist der monolithische Charakter: Wände und Decken bilden ein steifes, zusammenhängendes Skelett ohne Fugen. Dies steht im Gegensatz zum Element- oder Montagebau, bei dem vorgefertigte Teile zusammengesetzt werden. Wichtige Punkte sind die Bewehrung, die Betondeckung und das Vermeiden von Wärmebrücken an den Fassadenanschlüssen. Die Schalung bestimmt das Bautempo maßgeblich: Glatte Tunnelschalung ermöglicht einen Zyklus von etwa einer Wohnung pro Tag.
Verwandte Begriffe
- Beton
- Schalung
- Stahlbeton
- Betondecke
- Monolith
- Montagebau
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