Feuchtetransport ist die Gesamtheit der Mechanismen, durch die Wasserdampf in einer Konstruktion wandert: hauptsächlich durch Dampfdiffusion und durch Konvektion (Luftströmung). Er entscheidet darüber, ob ein Bauteil durchfeuchtet oder trocken bleibt, und ist deshalb ein bauphysikalischer Grundbegriff.
Zwei Mechanismen
Feuchtetransport findet auf zwei Wegen statt:
- Dampfdiffusion — molekularer Transport durch Materialien, getrieben durch Dampfdruckunterschiede. Beschrieben durch den Sd-Wert eines Materials.
- Konvektiver Transport — Wasserdampf, der durch Luftströmung über Fugen, Anschlüsse und Undichtheiten mitgeführt wird. In schlecht detaillierten Bauwerken stammt der meiste Feuchteeintrag von hier.
In einem gut detaillierten Aufbau dominiert die Diffusion und die Konvektion ist vernachlässigbar. In der Praxis verursachen unsaubere Anschlüsse, Leitungsdurchführungen und nicht abgeklebte Stöße den größten Anteil des Feuchteproblems.
Anwendung
Wissen über Feuchtetransport ist nötig bei:
- Planung von Fassadendetails — Wahl von Dampfbremse und diffusionsoffener Folie
- Sanierung und Nachdämmung — Vermeidung innerer Tauwasserbildung
- Holzrahmenbau — entscheidend zur Vermeidung von Holzfäule
- Feuchteuntersuchungen im Bestand — Quellenanalyse bei Schimmel oder Wärmebrückenkondensat
Bedeutung der Luftdichtheit
Untersuchungen zeigen, dass eine undichte Konstruktion bei gleichem Dampfdruck oft hundertfach mehr Feuchte transportiert als eine luftdichte Wand. Luftdichtes Bauen ist daher genauso wichtig wie die richtige Folienwahl. Ein Blower-Door-Test macht Leckagen sichtbar.
Verwandte Begriffe
- Dampfdiffusion
- Dampfstrom
- Dampfdruckaufteilung
- Luftdichtheit
- Dampfbremse
- Bauphysik
Mehr über Baubegriffe erfahren? Besuche unsere Wissensdatenbank auf fredsbauanleitungen.de/rabatt.