Was ist eine trockene Verbindung?
Eine trockene Verbindung ist ein konstruktiver Knotenpunkt, der ohne nassen Mörtel, Beton oder Klebstoff hergestellt wird und stattdessen mechanische Mittel wie Schrauben, Passdübel, Klemmen oder Steckverbindungen verwendet. Sie ist eine typische Verbindungsform im Fertigteil- und Stahlbau.
Warum eine trockene Verbindung?
Im Fertigteilbau aus Beton oder Stahl werden Bauteile im Werk vorgefertigt und auf der Baustelle zusammengefügt. Eine trockene Verbindung erlaubt schnelle Montage ohne Aushärtezeit von Mörtel oder Vergussbeton. Bauteile können sofort nach dem Setzen belastet werden.
Weitere Vorteile:
- Schnelle Montage — keine Wartezeit zum Aushärten
- Demontierbar — Bauteile können wiederverwendet werden
- Maßgenau — kein Mörtelschwund, der die Position verändert
- Wetterunabhängig — Arbeit bei Frost oder Regen bleibt möglich
Anwendung
- Betonfertigteilbau — Stützen-Riegel-Anschlüsse mit Passdübeln oder Steckmuffen
- Stahlbau — geschraubte Anschlüsse zwischen Trägern und Stützen
- Holzrahmenbau — Verbindungen mit Systembeschlägen und Schraubbolzen
- Modulbauweise — Kopplung zwischen Raummodulen
- Zirkuläres Bauen — demontierbare Verbindungen für Wiederverwendung
Hinweise
- Trockene Verbindungen müssen statisch sorgfältig auf Stabilität geprüft werden
- Passdübel und Schrauben sind mit der vorgesehenen Vorspannung anzuziehen
- Toleranzen der Fertigteile sind entscheidend für die Montierbarkeit
- Brand- und Schallschutz erfordern eigene Detaillierung
Verwandte Begriffe
- Fertigteilbau
- Dübel
- Skelettbau
- Konstruktion
- Zapfenverbindung
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