Was ist eine Stoßfuge?
Eine Stoßfuge ist die vertikale Fuge zwischen zwei nebeneinander liegenden Steinen im Mauerwerk. Zusammen mit der horizontalen Lagerfuge bildet die Stoßfuge das Fugenmuster, das man in jedem Mauerwerk sieht. Eine gut gefüllte Stoßfuge ist für die Wasserdichtigkeit und Festigkeit einer Mauer unerlässlich.
Stoßfuge vs. Lagerfuge
| Stoßfuge | Lagerfuge | |
|---|---|---|
| Richtung | Vertikal | Horizontal |
| Breite | 10 mm (Standard) | 10-15 mm (Standard) |
| Rolle | Wasserdichtigkeit, Dehnung | Tragfähigkeit, Steifigkeit |
Offene Stoßfuge — was ist das?
Eine offene Stoßfuge ist eine vertikale Fuge, die bewusst nicht mit Mörtel gefüllt wird. Dies geschieht bei der untersten Steinlage einer zweischaligen Mauer oder Fassadenverkleidung, damit Kondenswasser, das über die Luftschicht nach unten läuft, nach außen entweichen kann.
Eine offene Stoßfuge ist also ein Teil der Feuchtigkeitskontrolle in einer zweischaligen Mauer — kein Fehler, sondern eine bewusste Detailausführung.
Stoßfugen nicht ausrichten (Verband)
In gutem Mauerverband fallen Stoßfugen in aufeinanderfolgenden Lagen nie übereinander. Sie werden um einen halben oder Viertelstein versetzt. Dies sorgt für:
- Bessere Kraftverteilung — die Last verläuft im Zickzack durch das Mauerwerk
- Höhere Zugfestigkeit — Steine greifen gewissermaßen ineinander
- Ästhetisches Muster — das erkennbare Aussehen von Mauerwerk
Fugen auffrischen
Wenn die Fugen verwittern, können sie nachverfugt (aufgefrischt) werden:
- Alte Fuge bis 2-3 cm Tiefe ausfräsen
- Staub und losen Schutt entfernen, Mauer anfeuchten
- Fugenmörtel mit einem Fugeneisen eindrücken
- Fuge profilieren: hohl, flach oder vertieft
Verwandte Begriffe
- Mauerverband
- Mörtel
- Fugenmörtel
- Zweischalige Mauer
- Rollschicht
- Lagerfuge
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