Eine Kelchfuge ist eine Fuge mit verlaufender, sich verjüngender Form, die an einer Seite breiter ist als an der anderen — wie ein Kelch oder ein Dreieck, das nach oben hin breiter wird. Durch diese Form kann das Fugenmaterial (Mörtel oder Vergussmasse) tief in die Fuge eindringen und sich gut verankern, was eine feste Verbindung ergibt.
Funktionsweise
Wo eine gewöhnliche Fuge überall gleich breit ist, gibt die Kelchform der Kelchfuge zusätzlichen Halt:
- Tiefe Füllung — die weite Öffnung lässt das Fugenmaterial weit nach innen laufen
- Verankerung — weil sich die Fuge nach innen verengt, verklemmt sich das ausgehärtete Fugenmaterial (eine Form des Formschlusses)
- Festigkeit — die größere Menge und die bessere Haftung machen die Verbindung stärker als eine schmale, gerade Fuge
Anwendung
- Betonfertigteile — die Längsfugen zwischen Hohldielen und anderen Deckenplatten sind oft kelchförmig, sodass die eingegossene Vergussmasse die Platten zu einem zusammenwirkenden Ganzen koppelt
- Plattenmaterial — beim Anschließen von zum Beispiel Gipsfaserplatten wird eine verlaufende Fuge verwendet, damit die Fugenfüllung gut haftet
Zu beachten
- Reinige die Fuge und mache sie (je nach Fugenmittel) feucht, bevor du sie füllst, damit die Masse gut haftet
- Fülle die Kelchfuge vollständig; Lufteinschlüsse schwächen die Verbindung
- Bei Deckenfeldern sorgt die gut gefüllte Kelchfuge für die Querkraftübertragung zwischen den Platten
Verwandte Begriffe
- Fuge
- Hohldiele
- Elementdecke
- Vergussmörtel
- Mörtel
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