Was ist eine Insula?
Eine Insula (lateinisch für “Insel”) ist ein römischer mehrgeschossiger Wohnblock, in dem das einfache Stadtvolk wohnte. Der Begriff bezeichnet sowohl den ganzen Häuserblock zwischen den Straßen als auch ein solches Mehrfamilienhaus mit Mietwohnungen. Damit ist die Insula ein früher Vorläufer des städtischen Wohn- oder Mietshauses.
Aufbau und Nutzung
In dicht besiedelten Städten wie Rom und Ostia stapelten die Römer Wohnungen, um Platz zu sparen:
- Erdgeschoss — oft Läden, Werkstätten und Tavernen (tabernae) zur Straße hin.
- Obergeschosse — darüber lagen Mietwohnungen; je höher, desto kleiner und billiger.
- Höhe — Insulae konnten vier bis fünf, teils mehr Geschosse haben; kaiserliche Vorschriften versuchten, die Höhe zu begrenzen.
Die unteren Geschosse waren am begehrtesten, mit mehr Raum und teils fließendem Wasser. Weiter oben fehlten Küche und Sanitär häufig; die Bewohner holten Wasser unten und nutzten öffentliche Einrichtungen.
Bau und Bedeutung
Insulae wurden aus Ziegel, Tuffstein und römischem Beton (opus caementicium) errichtet, teils mit hölzernen Geschossdecken. Wegen der Höhe, der dichten Bebauung und der Holzteile waren Einsturz und Brand eine reale Gefahr. Die Insula steht im Gegensatz zur Domus, dem freistehenden Stadthaus wohlhabender Familien. Gut erhaltene Beispiele finden sich in Ostia Antica.
Verwandte Begriffe
- Domus
- Atrium
- Kastell und Castrum
- Amphitheater
- Beton
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