Eine Herdnische ist eine kleine Nische neben der Feuerstelle oder im Kaminmantel, in der früher Kleinkram aufbewahrt wurde: Streichhölzer, Schwefelhölzer, eine Pfeife, Tabak oder eine Zunderdose. Im Niederländischen heißt sie mazier. Sie ist ein bescheidenes, aber typisches Detail alter Wohnhäuser und Bauernhäuser, in denen der Herd der Mittelpunkt des Haushalts war.
Warum ausgerechnet am Feuer?
Der Ort ist kein Zufall. An der Feuerstelle war es trocken und warm — und genau Trockenheit brauchten Streichhölzer, Schwefel und Tabak in einem Haus, das sonst oft klamm war. Außerdem war es praktisch: Was man am Feuer braucht, liegt in Reichweite.
Auch baulich gab es einen Grund. Das Mauerwerk um eine Feuerstelle ist dick und massiv; eine flache Nische kostet dort keine Tragfähigkeit und spart Ziegel.
Erkennen und erhalten
- Größe. Meist nur ein flaches Fach in der Größenordnung von 20 bis 40 cm Breite und einigen Dezimetern Höhe, oben gemauert abgedeckt
- Lage. Neben der Feuerraumöffnung, in der Wange des Kamins oder im Mantel darüber
- Beim Umbau. Findet sich in einem alten Haus eine zugesetzte Nische neben dem Kamin, sollte man sie eher offenlassen als überputzen — sie ist eine der wenigen Spuren des früheren Wohnens
- Rauchzug beachten. Niemals eine Nische in der Kaminwange vertiefen oder neu einstemmen, ohne den Verlauf des Rauchzugs zu kennen. Ein geschwächter oder durchbrochener Zug bedeutet Rauchbelästigung und Brandgefahr
- Heutige Fassung. In modernen Kaminwänden kehrt die Idee als ausgesparte Nische wieder, meist für indirekte Beleuchtung oder Holzlagerung
Verwandte Begriffe
- Nische
- Kamin
- Schornstein
- Offener Kamin
- Kaminmantel
- Blendnische
- Schornsteinnische
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