Eine eingeschnürte Turmspitze ist eine Turmspitze, die auf einer bestimmten Höhe plötzlich schmaler wird (sich einschnürt), um darüber wieder breiter zu werden oder in einer schlankeren Form fortzusetzen. Die „Einschnürung” ist eine Taille in der Spitze, wodurch die Silhouette nicht einer geraden Linie folgt, sondern ein gegliedertes, eingezogenes Profil erhält.
Form und Merkmale
Bei einer gewöhnlichen Nadelspitze läuft das Dach in einer geraden Linie spitz zu. Bei einer eingeschnürten Spitze wird diese Linie unterbrochen:
- Der untere Teil läuft spitz nach oben und verengt sich stark (die Einschnürung)
- Darüber verbreitert sich die Spitze wieder oder geht in eine zweite, schlankere Spitze über
- Oft markiert ein Gesims, eine Balustrade oder eine Galerie die Stelle der Einschnürung
Diese Form verleiht dem Turm eine anmutige, dynamische Silhouette und kommt vor allem bei Kirchtürmen und monumentalen Gebäuden vor.
Anwendung
- Kirch- und Rathaustürme — als charakteristisches Erkennungszeichen in der Silhouette einer Stadt
- Historische Architektur — die Form ist mit anderen gegliederten Spitzen wie der birnen- oder zwiebelförmigen Spitze verwandt
- Restaurierung — bei der Instandsetzung monumentaler Türme wird die ursprüngliche Einschnürung genau wiederhergestellt
Zu beachten
- Die Einschnürung erfordert eine sorgfältig ausgearbeitete Dachkonstruktion, da sich der Querschnitt über die Höhe ändert
- Die Übergänge sind anfällig für Wasser und erfordern gute Bleianschlüsse und Detaillierung
Verwandte Begriffe
- Turmspitze
- Dachstuhl
- Dachkonstruktion
- First
- Blei
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