Eine Drehbrücke ist eine bewegliche Brücke, deren Brückendeck sich um eine vertikale Achse — meist in der Mitte des Gewässers — dreht, sodass auf beiden Seiten des Pfeilers Raum für die Schifffahrt entsteht. Es ist einer der ältesten mechanischen Brückentypen und wird noch heute auf Wasserwegen mit wenig Lichthöhe eingesetzt.
Wie funktioniert eine Drehbrücke?
Das Brückendeck ruht auf einem zentralen Drehpfeiler mit einem großen Kugel- oder Rollenlager. Wenn die Brücke geöffnet werden soll, wird das Deck elektrisch oder hydraulisch gedreht:
- Verkehr und Fußgänger werden gestoppt und die Schranken geschlossen
- Die Verriegelungen an den Enden werden gelöst
- Die Brücke dreht 90 Grad parallel zum Gewässer
- Schiffe können auf beiden Seiten des Pfeilers passieren
- Nach der Durchfahrt dreht die Brücke zurück und wird verriegelt
Typen von Drehbrücken
- Symmetrische Drehbrücke — zwei gleiche Arme, die um die Mitte drehen
- Asymmetrische Drehbrücke — ein langer und ein kurzer Arm, oft mit Gegengewicht
- Bogen-Drehbrücke — eine Bogenkonstruktion, die mitdreht, vor allem in Eisenbahnbrücken des 19. Jh.
Anwendung
Drehbrücken kommen vor bei:
- Schmalen Wasserwegen — wo wenig Platz für eine Hubbrücke oder Klappbrücke ist
- Niedrigen Ufergeländen — wo eine Zugbrücke zu viel Raum beanspruchen würde
- Historischen Bauwerken — viele monumentale Drehbrücken aus dem 19. Jh. sind erhalten
- Industriegelände — einfach zu bedienende Drehbrücken in Häfen und Kanälen
Vor- und Nachteile
Vorteile:
- Kompakte Konstruktion ohne hohen Aufbau
- Unbegrenzte Durchfahrthöhe bei geöffneter Brücke
Nachteile:
- Ein Pfeiler im Gewässer behindert große Schiffe
- Der Straßenverkehr steht bei Öffnungen lange
- Wartung des Drehmechanismus ist kostspielig
Verwandte Begriffe
- Brücke
- Klappbrücke
- Hubbrücke
- Zugbrücke
- Pontonbrücke
- Faltbrücke
Mehr über Baubegriffe erfahren? Besuche unsere Wissensdatenbank auf fredsbauanleitungen.de/rabatt.