Eine Dampfsperre ist eine Schicht in einer Wand-, Dach- oder Bodenkonstruktion, die den Transport von Wasserdampf durch Diffusion nahezu vollständig verhindert. Sie wird auf der warmen Seite der Dämmung angebracht und hat einen deutlich höheren Dampfwiderstand als eine Dampfbremse. In der mitteleuropäischen Bauphysik kommt eine Dampfsperre vor allem in Kühl- oder Tiefkühlhäusern, Schwimmbädern, Saunen und bei bestimmten bauphysikalischen Aufbauten zum Einsatz.
Unterschied Dampfsperre und Dampfbremse
Der Unterschied liegt im Sd-Wert:
- Dampfbremse — Sd 0,5 m bis 20 m, lässt begrenzt Diffusion zu
- Dampfsperre (dampfdichte Schicht) — Sd > 100 m, nahezu vollständige Blockade
In der normalen mitteleuropäischen Wohnbauweise reicht meist eine Dampfbremse. Eine echte Dampfsperre ist erst erforderlich, wenn innen hoher Dampfdruck herrscht, etwa bei:
- Schwimmbädern — hohe Luftfeuchte und Wärme
- Saunen — extreme Temperaturunterschiede
- Kühl- und Tiefkühlhäusern — umgekehrter Dampfdruck
- Wäschereien, Brauereien, Lebensmittelindustrie — Produktionshallen mit hoher Luftfeuchte
Materialien
Eine Dampfsperre wird meist ausgeführt in:
- PE-Folie 0,2-0,5 mm — gebräuchlichste Ausführung
- Bituminöse Dampfsperre — bei Dachaufbauten auf Stahlbetondächern
- Aluminiumfolie oder aluminiumbeschichtete Folie — für sehr hohen Dampfwiderstand
- Spezielle dampfdichte Beschichtungen — auf Betonböden in industriellen Anwendungen
Verlegung und Anschluss
Eine Dampfsperre funktioniert nur, wenn sie vollständig dicht ausgeführt wird:
- Anbringen auf der warmen Seite — direkt hinter dem Innenausbau
- Nähte überlappen — mindestens 100 mm Überlappung
- Nähte verkleben — mit dampfdichtem, Butyl- oder Acrylklebeband
- Durchführungen abdichten — Manschetten oder spezielles Klebeband um Kabel und Leitungen
- Randanschlüsse — mit Anschlussband und Dichtstoff ausgeführt
Zu beachten
- Keine Perforationen — jeder Nagel oder jede Schraube, die durch die Sperre geht, kann eine Schwachstelle bilden
- Keine zweite Dampfsperre auf der kalten Seite — Feuchtigkeit muss bei eventueller Leckage immer entweichen können
- Kompatibel mit anderen Schichten — prüfen, ob das Material durch z. B. Bitumen oder Weichmacher angegriffen wird
- Baufeuchte vermeiden — Baufeuchte muss vor dem Verschließen entweichen können
Anwendung im normalen Wohnungsbau
In den meisten deutschen Wohnhäusern wird keine echte Dampfsperre verwendet; eine dampfbremsende Schicht (Sd 2-5 m) reicht aus. Eine Dampfsperre findet sich häufig nur in:
- Flachdächern (bituminöse Dampfsperre auf Stahlbetonuntergrund)
- Gedämmten Bodenplatten über Kriechraum
- Spezialräumen wie Sauna oder Schwimmbad
Verwandte Begriffe
- Dampfbremse
- Dampfdiffusion
- Diffusionsoffene Folie
- Luftdichtheit
- Bauphysik
- Wärmedämmung
Mehr über Baubegriffe erfahren? Besuche unsere Wissensdatenbank auf fredsbauanleitungen.de/rabatt.