Ein Schweißhammer, auch Schlackenhammer genannt, ist das Handwerkzeug des Schweißers, mit dem die Schlackenschicht von einer gelegten Schweißraupe abgeschlagen wird. Der Kopf trägt auf der einen Seite eine Spitze und auf der anderen eine schmale, hochkant stehende meißelförmige Schneide, sodass sich die Schlacke sowohl in einer Kehle als auch entlang einer geraden Naht lösen lässt.
Bei Verfahren mit umhüllter Stabelektrode oder mit Fülldraht bildet sich über dem Schmelzbad eine Schicht erstarrter Schlacke. Sie schützt das heiße Metall während des Abkühlens vor der Luft, muss danach aber herunter. Bleibt die Schlacke liegen, ist die Naht nicht beurteilbar und — schwerwiegender — eine folgende Lage schließt Einschlüsse ein, was die Verbindung schwächt.
Form und Ausführung
- Spitze und Meißel rechtwinklig zueinander, sodass sich ohne Drehen des Hammers sowohl der Nahtübergang als auch der Nahtgrund bearbeiten lässt.
- Geringes Gewicht — es wird getippt, nicht geschlagen. Ein schwerer Hammer beschädigt das Schweißgut.
- Federgriff oder gewickelte Stahlfeder bei vielen Ausführungen: das dämpft den Schlag und verhindert, dass der Hammer aus der Hand springt, wenn die Schlacke plötzlich abplatzt.
Anwendung in der Praxis
- Die Naht zuerst etwas abkühlen lassen. Warme Schlacke löst sich leichter als kalte, aber schlagen Sie nie auf eine noch glühende Raupe: das hinterlässt Eindrücke im weichen Metall.
- Von sich weg arbeiten und entlang der Raupenkante tippen, nicht darauf.
- Mit der Drahtbürste nacharbeiten, bis die Raupe blank und beurteilbar ist. Beim Mehrlagenschweißen zwischen jeder Lage.
- Die Naht direkt nach dem Entschlacken prüfen auf Poren, Einbrandkerben und mangelnden Einbrand — das ist nur an einer sauberen Naht sichtbar.
Zu beachten
- Immer Schutzbrille tragen. Schlacke springt scharfkantig und heiß ab; das ist die häufigste Ursache von Augenverletzungen bei Schweißarbeiten.
- Für Edelstahl getrennte Bürste und getrennten Hammer verwenden. Werkzeug, das auf Baustahl im Einsatz war, überträgt Eisenpartikel, die auf Edelstahl später Rostflecken erzeugen.
- Nicht mit dem Maurerhammer verwechseln. Dieser hat zwei Spitzen und dient dem Abschlagen von Mörtel und Putz vom Mauerwerk.
- Beim MIG/MAG- und WIG-Schweißen entsteht keine oder kaum Schlacke; dort genügt in der Regel die Bürste.
Verwandte Begriffe
- Anschweißen
- Schweißen
- Maurerhammer
- Hammer
- Betonstahl
- Fräsen
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