Ein Pfahlaufsatz (im niederländischen Gründungsjargon ‘hoerenjong’) ist ein Betonaufsatz auf dem Kopf eines Holzrammpfahls, mit dem dieser Pfahlkopf unter das Gelände gebracht und dem Blick entzogen wird. Das Betonstück verlängert den Pfahl gleichsam “unsichtbar” nach oben.
Warum unter Gelände?
Holzrammpfähle halten Jahrhunderte, aber nur, solange sie dauerhaft unter dem Grundwasserstand stehen. Fällt der Holzkopf trocken, beginnt durch Pilze die Pfahlfäule. Indem man den Holzkopf tief hält und ein Betonstück daraufsetzt, bleibt das Holz nass und geschützt, während die Gründung dennoch bis zur gewünschten Höhe reicht.
Wo kommt es vor?
- Bei Holzpfahlgründungen unter älteren Gebäuden
- Bei der Gründungssanierung, wo der Anschluss zwischen alten Holzpfählen und neuer Betonkonstruktion herzustellen ist
- Verwandt mit dem Verlängerungsstück und dem “verlorenen Kopf”, anderen Möglichkeiten, den Übergang zwischen Pfahl und Aufbau zu bilden
Zu beachten
- Der Grundwasserstand darf nicht sinken; eine Absenkung (etwa durch Wasserhaltung) kann doch noch Pfahlfäule verursachen
- Beim Kauf eines alten Gebäudes ist eine Gründungsuntersuchung ratsam
Verwandte Begriffe
- Rammpfahl
- Pfahlgründung
- Pfahlfäule
- Verlorener Kopf
- Gründungssanierung
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