Ein Megalith ist ein großer, meist unbearbeiteter oder nur grob zugerichteter Stein, der in vorgeschichtlicher Zeit als Bauelement verwendet wurde. Das Wort setzt sich aus dem griechischen megas (groß) und lithos (Stein) zusammen. Bauwerke aus solchen Steinen heißen megalithische Denkmäler.
Formen
- Dolmen — eine Grabkammer aus aufrecht stehenden Tragsteinen mit einem oder mehreren schweren Decksteinen. Die niederländischen hunebedden und die norddeutschen Hünengräber sind Varianten davon
- Menhir — ein einzelner, aufrecht gestellter Stein
- Cromlech — ein Kreis oder eine Reihe stehender Steine, wie in Stonehenge
- Steinkiste und Ganggrab — Grabformen, bei denen die Kammer über einen Gang zugänglich ist
In den Niederlanden liegen über fünfzig Hünengräber, nahezu alle in der Provinz Drenthe. Erbaut wurden sie von Menschen der Trichterbecherkultur aus Findlingen, die das Inlandeis der vorletzten Eiszeit dorthin gebracht hatte — im Untergrund von Drenthe gibt es keinen Naturstein.
Konstruktiv betrachtet
Megalithbau ist Trockenbauweise in Reinform: kein Mörtel, nur Masse, Reibung und ein durchdachtes Gleichgewicht. Die Tragsteine stehen leicht nach innen geneigt, sodass der Deckstein sie zusammen- statt auseinanderdrückt. Was heute noch steht, steht also nicht zufällig — es sind die Konstruktionen, die dieses Prinzip richtig umgesetzt haben.
Zum Transport gibt es verschiedene Rekonstruktionen: Schlitten, Rundhölzer, Hebel und Erdrampen werden genannt. Sicher ist, dass es die Arbeit einer großen Gruppe war, mit einfachen Hilfsmitteln, die bei richtiger Anwendung erstaunlich wirksam sind.
Verwandte Begriffe
- Hünengrab
- Dolmen
- Cromlech
- Naturstein
- Bruchstein
- Zyklopenmauerwerk
- Monolith
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