Was ist ein Loft?

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Ein Loft ist eine Wohnung in einem ehemals industriell oder gewerblich genutzten Gebäude, gekennzeichnet durch einen großen offenen Raum mit viel lichter Höhe, wenigen Innenwänden und sichtbarer Konstruktion. Das englische Wort loft bedeutet ursprünglich Dach- oder Lagerhausgeschoss.

Die Wohnform wurde nicht entworfen, sondern ist entstanden. Als in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg die Industrie aus den Innenstädten verschwand, blieben große Fabrik- und Lagerhausgeschosse leer zurück. In New York, vor allem in SoHo, bezogen Künstler diese günstigen Flächen, weil sie dort zugleich wohnen und arbeiten konnten. Was als billige Notlösung begann, wurde ab den 1970er- und 1980er-Jahren zu einem begehrten Wohnprodukt.

Merkmale

  • Große lichte Höhe. Oft drei bis fünf Meter, weil die ursprüngliche Nutzung Maschinen oder Lagergut beherbergte. Das macht eine Galerie oder einen Luftraum möglich.
  • Offener Grundriss. Das Tragwerk besteht aus Stützen und Trägern, nicht aus tragenden Innenwänden. Es lässt sich also frei einteilen.
  • Sichtbare Konstruktion. Stahlträger, gusseiserne Stützen, hölzerne Unterzüge, Pilzkopfstützen aus Beton — bewusst sichtbar belassen.
  • Große Industriefenster. Häufig Stahlfenster mit feiner Sprossenteilung über ganze Fassadenabschnitte.
  • Rohe Oberflächen. Sichtmauerwerk, Betonböden und offen geführte Leitungen.

Bautechnische Punkte bei der Umnutzung

Ein Industriegebäude zur Wohnung zu machen, ist eine Nutzungsänderung und damit genehmigungspflichtig. Der Raum ist groß und eindrucksvoll, das Gebäude aber nicht zum Wohnen gebaut. Die Hauptpunkte:

  • Dämmung. Das ist mit Abstand der größte Posten. Fabrikbauten sind nahezu immer ungedämmt. Innendämmung ist bei einer denkmalgeschützten oder bildprägenden Fassade meist die einzige Möglichkeit und verlangt ein sorgfältiges feuchtetechnisches Detail — sonst bildet sich Kondensat auf der kalten dahinterliegenden Wand.
  • Beheizen des Volumens. Hier werden Kubikmeter beheizt, nicht Quadratmeter. Warme Luft steigt zur Decke und geht dort verloren. Fußbodenheizung ist bei hohen Räumen erheblich wirksamer als Heizkörper, weil die Wärme unten bleibt.
  • Akustik. Große, harte, kahle Flächen ergeben eine lange Nachhallzeit, in der Gespräche unverständlich werden. Mit absorbierenden Maßnahmen rechnen — Deckensegel, Vorhänge, Bücherwände — als Teil des Entwurfs und nicht als nachträgliche Reparatur.
  • Tragfähigkeit der Decke. Eine Fabrikdecke hat oft reichlich Reserve, aber das ist keine Selbstverständlichkeit; manche Lagerhausdecken sind gerade leicht ausgelegt. Die Deckenlast berechnen lassen, erst recht bei einer neuen Galerie.
  • Brandschutz und Fluchtwege. Eine Wohnnutzung stellt andere Anforderungen als eine Industrienutzung. Fluchtwege, Brandabschnitte und Rauchwarnmelder sind neu zu bewerten.
  • Tageslicht und Aufenthaltsräume. Bei einem tiefen Grundriss kommt in der Mitte kaum Tageslicht an. Ein Luftraum, ein Lichtband oder ein Innenhof ist dann kein Luxus, sondern nötig, um die Anforderungen an Aufenthaltsräume zu erfüllen.
  • Boden- und Materialuntersuchung. Ehemalige Gewerbegebäude können Bodenverunreinigungen und Asbest enthalten. Das vor dem Kauf untersuchen lassen, nicht danach.

Verwandte Begriffe

  • Umnutzung
  • Nutzungsänderung
  • Luftraum
  • Galerie
  • Industriedenkmal
  • Nachhallzeit
  • Innendämmung
  • Aufenthaltsraum

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