Ein Kippnocken ist ein konstruktives Hilfsmittel bei der Brandabschnittsbildung. Es ist ein Nocken (vorstehendes Teil), der an einer Konsole an der Brandwand angeschweißt ist und auf dem ein Träger aufliegt. Bei einem Brand kann der Träger, wenn er sich durchbiegt oder versagt, frei um diesen Drehpunkt kippen, ohne die Brandwand mitzureißen oder zu beschädigen.
Warum ein Kippnocken?
Bei einem Brand erhitzt sich Stahl und dehnt sich aus; schließlich kann ein Träger sich durchbiegen und versagen. Ist dieser Träger starr mit einer Brandwand verbunden, besteht das Risiko, dass er beim Versagen die Wand mitreißt oder umdrückt. Dadurch könnte das Feuer in den nächsten Brandabschnitt durchschlagen. Der Kippnocken verhindert das, indem er dem Träger einen gelenkigen Drehpunkt gibt:
- Der Träger kann frei um den Nocken kippen
- Die Brandwand bleibt unversehrt und behält ihre trennende Funktion
- Der angrenzende Abschnitt bleibt geschützt
Für eine gute Wirkung müssen die Konsole, der Nocken, die sogenannte Nockenkehle an der Unterseite des Trägers und der Träger selbst so ausgeführt sein, dass dieses freie Kippen möglich ist.
Anwendung
Der Kippnocken wird in Stahlkonstruktionen angewendet, wo Träger an brandschutztrennende Wände anschließen oder sich daran abstützen. Es ist eine einfache, konstruktiv klare Lösung für das Problem mitgerissener Brandwände.
Verwandte Lösungen
Für denselben Zweck — das Entkoppeln von Konstruktionsteilen bei Brand — gibt es auch andere Hilfsmittel, wie den Reißbolzen und den Schmelzanker, die bei einer bestimmten Temperatur oder Belastung versagen und die Verbindung lösen.
Verwandte Begriffe
- Brandwand
- Brandabschnitt
- Feuerwiderstand
- Reißbolzen
- Auflager
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