Ein Impluvium ist das flache, gemauerte Becken in der Mitte des Bodens eines römischen Atriums, in dem Regenwasser aufgefangen wurde. Das Wasser lief über die nach innen geneigten Dächer durch eine Öffnung im Dach — das Compluvium — nach unten und sammelte sich im Impluvium.
Funktionsweise
Das Atrium war der zentrale, teils offene Raum eines römischen Wohnhauses (Domus). Die vier umlaufenden Dachflächen neigten sich nach innen und leiteten das Regenwasser zum Compluvium, der rechteckigen Öffnung im Dach. Darunter fing das Impluvium das Wasser auf.
Anwendung
- Wassersammlung — das aufgefangene Regenwasser wurde über das Impluvium in eine unterirdische Zisterne geleitet und als Trink- und Brauchwasser genutzt
- Klima — Öffnung und Wasserbecken sorgten für Licht, Luft und Kühlung im Haus
- Repräsentation — das oft in Marmor oder Mosaik ausgeführte Impluvium war ein Blickfang im Atrium
Das Impluvium ist ein frühes Beispiel für durchdachtes Regenwassermanagement im Wohnungsbau: Dach, Dachöffnung und Becken bildeten zusammen ein System, um Regenwasser aufzufangen, abzuleiten und zu speichern.
Verwandte Begriffe
- Atrium
- Zisterne
- Patio
- Domus
- Regenwasserableitung
- Mosaik
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