Ein Halsgiebel ist ein Giebel, bei dem der obere, mittlere Teil als schmale, rechteckige Erhöhung (der „Hals”) über den Rest hinausragt. Beidseitig dieses Halses liegen verzierte Klauensteine, die den Übergang zu den niedrigeren Seiten ausfüllen. Der Typ ist charakteristisch für die niederländische Stadtarchitektur des 17. und 18. Jahrhunderts.
Merkmale
Der Halsgiebel ist an einer Reihe fester Bestandteile zu erkennen:
- Der Hals — das rechteckig erhöhte Mittelstück, oft mit einem Frontispiz oder einer Ziervase bekrönt
- Klauensteine — die dekorativen, oft s-förmig gemeißelten Stücke, die links und rechts den Anschluss herstellen
- Frontispiz — ein dreieckiges oder segmentbogenförmiges Bekrönungselement über dem Hals
- Hebebalken — fast immer vorhanden, um Güter auf den Dachboden zu heben
Anwendung
Der Halsgiebel wird vor allem verwendet bei:
- Grachtenhäusern in Städten wie Amsterdam, Haarlem und Leiden
- Kaufmannshäusern, deren Erdgeschoss und Obergeschosse als Wohn- und Lagerraum dienten
- Restaurierung und Umnutzung historischer Innenstädte, wobei der Giebel als bildprägendes Denkmal erhalten bleibt
Der Halsgiebel ist der Nachfolger des älteren Treppengiebels und ging dem breiteren, klassischeren Traufengiebel voraus. Die Wahl des Giebeltyps sagt oft etwas über die Bauzeit des Hauses aus. Viele Halsgiebel stehen unter Denkmalschutz, sodass Änderungen genehmigungspflichtig sind.
Verwandte Begriffe
- Giebel
- Treppengiebel
- Klauenstein
- Frontispiz
- Traufengiebel
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