Ein gedrückter Bogen ist ein Bogen, dessen Stich (Höhe) im Verhältnis zur Spannweite klein ist, wodurch er deutlich flacher wirkt als ein Halbkreisbogen. Das Verhältnis von Höhe zu Breite bestimmt, wie “gedrückt” der Bogen erscheint.
Merkmale
Ein gedrückter Bogen tritt je nach verwendeter Krümmung in verschiedenen Formen auf.
- Segmentbogen: ein Kreisabschnitt mit flacher Wölbung
- Korbbogen: aus mehreren Kreisbögen mit unterschiedlichen Radien zusammengesetzt
- Ellipsenbogen: auf einer Ellipsenform basierend
- Geringes Verhältnis von Stich zu Spannweite, also flache Erscheinung
Der wichtigste Nachteil eines gedrückten Bogens ist der größere horizontale Schub auf die Auflager. Der Bogen drückt stärker nach außen als ein Halbkreisbogen, weshalb ein stärkerer Widerstand in Form von Strebepfeilern oder kräftigen Auflagern erforderlich ist.
Anwendung
Der gedrückte Bogen wird vor allem dort eingesetzt, wo wenig Bauhöhe zur Verfügung steht.
- Breite Maueröffnungen, in die kein hoher Bogen passt
- Brücken mit geringer Durchfahrtshöhe
- Türen und Fenster mit begrenzter Höhe über der Öffnung
- Überspannungen, bei denen ein flaches, klares Bild gewünscht ist
Verwandte Begriffe
- Bogen
- Korbbogen
- Segmentbogen
- Sturz
- Strebepfeiler
Mehr über Baubegriffe erfahren? Besuche unsere Wissensdatenbank auf fredsbauanleitungen.de/rabatt.