Ein Entwässerungsgegenstand ist jedes Objekt, das häusliches Abwasser unmittelbar an die Entwässerungsanlage im Gebäude abgibt. Dazu zählen Waschbecken, Spüle, Duschwanne, Badewanne, WC, Waschmaschine und Geschirrspüler. Regenwasserabläufe gehören nicht dazu: Niederschlagswasser ist kein häusliches Schmutzwasser.
Der Begriff dient der Bemessung: Jedes Objekt hat einen eigenen Anschlusswert. Aus der Summe aller angeschlossenen Objekte — korrigiert um die Wahrscheinlichkeit, dass sie gleichzeitig entleeren — ergibt sich der erforderliche Leitungsquerschnitt. So wird verhindert, dass eine zu enge Sammelleitung überstaut oder eine zu große Leitung nicht mehr selbstreinigend ist.
Grundregeln beim Anschließen
- Immer über einen Geruchsverschluss — jedes Objekt wird mit einem Siphon angeschlossen; die Sperrwasserhöhe beträgt mindestens 50 mm. Ohne Sperrwasser gelangt Kanalluft in den Raum
- Eine Anschlussleitung je Objekt — schließen Sie nicht ungeprüft zwei Objekte an dieselbe Anschlussleitung an
- Einläufe unter 45 Grad — ein schräger Einlauf in die Sammelleitung hält die Strömung ruhig; ein rechtwinkliger Einlauf verursacht Rückstau und Hebewirkung
- Große Einleiter zuletzt — schließen Sie Objekte mit großem Spülstoß (WC, Waschmaschine, Badewanne) strömungsaufwärts an, damit ihr Wasserstrom nicht das Sperrwasser von Waschbecken oder Spüle aussaugt
- Belüftung — die Fallleitung muss als Lüftungsleitung über Dach geführt werden. Lange Sammelleitungen mit vielen Objekten brauchen oft zusätzliche Belüftung
Übliche Ablaufdurchmesser
| Objekt | Ablaufdurchmesser (üblich) |
|---|---|
| Waschbecken | 32 mm |
| Spüle, Waschmaschine, Geschirrspüler | 40 mm |
| Dusche und Badewanne | 40 bis 50 mm |
| WC | 100 bis 110 mm |
Häufige Fehler beim Selbermachen
- Zu wenig Gefälle — für liegende Abwasserleitungen in der Wohnung ist etwa 1 cm pro Meter eine gängige Faustregel. Zu wenig Gefälle heißt Stillstand, zu viel lässt das Wasser schneller ablaufen als den Feststoff, wodurch die Leitung verschlammt
- Flexible Schläuche mit Bögen — ein durchhängender Ablaufschlauch bildet einen zweiten Geruchsverschluss, in dem sich Schmutz sammelt
- Austrocknendes Sperrwasser — bei selten genutzten Abläufen verdunstet das Wasser im Siphon und Kanalluft dringt ein. Spülen Sie solche Abläufe regelmäßig durch
- Belüftung vergessen — ein gluckernder Ablauf ist fast immer ein Belüftungsproblem, keine Verstopfung
Verwandte Begriffe
- Regenwasserableitung
- Dachdurchführung
- Baufeuchte
- Kondensation
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