Ein Diamantkopf (auch Diamantspitze oder Diamantbossage genannt) ist ein Stein oder ein dekoratives Element, dessen vorstehende Fläche zu vier dreieckigen Seiten gehauen ist, sodass eine Pyramidenform entsteht, die an einen geschliffenen Diamanten erinnert. Die Form wird seit der Renaissance häufig an Fassaden, Sockeln, Ecksteinen und Gesimsen eingesetzt.
Form und Ausführung
Der typische Diamantkopf besteht aus einem Quaderblock Naturstein, dessen Außenseite zu einer flachen Pyramide verjüngt ist. Die Spitze kann scharf oder leicht abgeflacht sein. Die Größe variiert von wenigen Zentimetern (Gesimsdekoration) bis zu 30–40 cm (Fassadensteine).
Varianten sind:
- Diamantkopf — eine vierseitige Pyramide
- Diamantspitze — eine schärfere, weiter vorstehende Variante
- Flacher Diamant — eine flache Version mit kaum sichtbarer Pyramidenform
Anwendung
Diamantköpfe kommen in verschiedenen Stilperioden vor:
- Renaissance — italienische Palazzi wie der Palazzo dei Diamanti in Ferrara, dessen gesamte Fassade mit über 8.000 Diamantköpfen versehen ist
- Holländische Renaissance — als Fassadendekoration, oft in Kombination mit Bändern und Rollwerk
- Barock und Klassizismus — an Sockeln, Plinthen und Ecksäulen
- Neostile des 19. Jahrhunderts — Neorenaissance und Eklektizismus verwendeten die Form erneut
Materialien
Diamantköpfe werden meist ausgeführt in:
- Naturstein — Sandstein, Kalkstein oder Marmor, von Hand gehauen
- Backstein — als geformter Fassadenstein
- Stuck — als aufgesetzte Putzdekoration
- Beton oder Kunststein — für moderne Reproduktionen
Die Funktion ist in den meisten Fällen rein dekorativ, aber an einem rustifizierten Sockel verleiht sie auch optisch Schwere und Solidität.
Verwandte Begriffe
- Bossierung
- Naturstein
- Fassadenstein
- Rollwerk
- Renaissance
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