Ein Bogenfeld (auch Tympanon genannt) ist die halbkreisförmige oder spitzbögige Fläche, die von einem Bogen und dem darunterliegenden Sturz oder der Türöffnung eingeschlossen wird. Es dient in der Sakral- und Repräsentationsarchitektur häufig als Träger bildhauerischen Schmucks.
Anwendung
Bogenfelder finden sich in verschiedenen architektonischen Situationen:
- Kirchenportale: Als zentrale Schmuckfläche über dem Haupteingang romanischer und gotischer Kirchen, oft mit Darstellungen des Jüngsten Gerichts oder Christus in der Mandorla
- Fensteröffnungen: Die von Fensterbögen umschlossene Fläche oberhalb der Verglasung
- Triumphbögen: In den Zwickelfeldern (Spandrillen) zwischen den Bögen und dem rechteckigen Rahmen
- Giebeldreiecke: In klassizistischen Bauten als dreieckiges Feld im Tempelgiebel
- Profanarchitektur: Über Eingangstüren repräsentativer Gebäude wie Rathäuser und Palais
Im engeren Sinne unterscheidet man das Tympanon (die Fläche zwischen Bogen und Sturz über einem Portal) von der Spandrille bzw. dem Zwickel (die dreieckige Fläche zwischen zwei benachbarten Bögen oder zwischen Bogen und rechteckigem Rahmen). Beide werden unter dem Oberbegriff Bogenfeld zusammengefasst.
Die Gestaltung des Bogenfeldes war in der mittelalterlichen Kirchenbaukunst von höchster theologischer Bedeutung. Die Reliefs im Tympanon vermittelten den häufig leseunkundigen Gläubigen zentrale Glaubensinhalte. Berühmte Beispiele sind die Portale der Kathedralen von Vézelay, Autun und Chartres.
Verwandte Begriffe
- Tympanon
- Archivolte
- Zwickel
- Sturz
- Portal
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