Ein Bogenbinder ist ein bogenförmiges Tragelement, das als primäres Tragwerk für Dächer großer Hallen, Sporthallen und Industriebauten eingesetzt wird. Durch seine gekrümmte Form leitet er die auftretenden Lasten überwiegend als Druckkraft in die Fundamente ab und ermöglicht so große, stützenfreie Spannweiten.
Anwendung
Bogenbinder werden in zahlreichen Konstruktionen verwendet:
- Sporthallen: Für stützenfreie Überspannungen von Turnhallen, Schwimmbädern und Mehrzweckhallen
- Industriehallen: In Produktions- und Lagerhallen, die große freie Flächen erfordern
- Kirchenbau: Als Tragwerk für gewölbte Kirchenschiffe und Kuppeln
- Messehallen: Für weitgespannte Ausstellungshallen mit repräsentativer Ästhetik
- Landwirtschaftliche Gebäude: Als wirtschaftliche Lösung für Reithallen und Maschinenhallen
Bogenbinder können aus verschiedenen Materialien gefertigt werden. Im Holzbau werden häufig Brettschichtholz-Bogenbinder (BSH) eingesetzt, die durch Verleimung dünner Lamellen in nahezu jede Bogenform gebracht werden können. Stahlbogenbinder bestehen aus geschweißten oder gewalzten Profilen, während Stahlbetonbogenbinder besonders bei größeren Spannweiten wirtschaftlich sind.
Man unterscheidet verschiedene statische Systeme: den Dreigelenkbogen (mit Gelenken an den Auflagern und im Scheitel), den Zweigelenkbogen (nur Auflagergelenke) und den eingespannten Bogen. Die Wahl des Systems hängt von der Spannweite, den Belastungen und den Gründungsbedingungen ab. Spannweiten von 20 bis über 100 Metern sind mit Bogenbindern realisierbar.
Verwandte Begriffe
- Brettschichtholz
- Dreigelenkbogen
- Fachwerkbinder
- Sparren
- Pfette
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